Kommentar zur Landwirtschaft der Zukunft : Kommentar zu Landwirtschaft: Hört auf zu streiten!

Kühe in einem Stall im Harz. Foto: imago images / Martin Wagner
Kühe in einem Stall im Harz. Foto: imago images / Martin Wagner

Wie soll es weitergehen mit der Landwirtschaft, speziell der Tierhaltung in Deutschland? Politik und Gesellschaft streiten. Nur passiert nichts. So kann es nicht weitergehen! Ein Kommentar.

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19. September 2019, 03:33 Uhr

Osnabrück | Die Auseinandersetzung über die Landwirtschaft der Zukunft ist symptomatisch für die Unfähigkeit unserer Gesellschaft, große Projekte anzugehen. Streit und Wettstreit gehören zur Demokratie. Ebenso aber am Ende das Finden von Kompromissen.

Für den Agrarsektor lässt sich festhalten: Die in großstädtisch-grünen Kreisen verbreitete Vorstellung, Deutschland ließe sich zum Ökoparadies mit glücklichen Tieren und noch glücklicheren Bauern umbauen, ist illusorisch. Und ob diese Vorstellung überhaupt mehrheitsfähig ist, sei dahingestellt. Allerdings ist auch die gegenteilige Annahme unrealistisch. Die Landwirtschaft kann mit all ihren Problemen, etwa in den Bereichen Umwelt- und Tierschutz, nicht so weitermachen wie bisher.

Geld, Akzeptanz, Zukunft

Die Branche steht vor den Herausforderungen, erstens steigende Umwelt- und Tierschutzanforderungen umzusetzen und zweitens Geld zu verdienen. Wie das gehen soll, weiß niemand, denn ohne Geld kein Umbau, ohne Umbau keine gesellschaftliche Akzeptanz, ohne Geld und Akzeptanz keine Zukunft. Das sorgt dann dafür, dass vorrangig kleine Betriebe aufgeben. Bauern können nicht mehr, Bauern wollen nicht mehr.

Wenn die Politik nicht endlich Kompromisse zwischen den Extrempositionen findet, bleiben am Ende nur noch die Betriebe übrig, die groß genug sind, sich die Unfähigkeit einer Gesellschaft leisten zu können. Genau das will aber angeblich auch niemand.

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