Landwirte fordern Anerkennung : Kommentar zu Bauern-Demos: Ein Lebenszeichen - aber was folgt daraus?

Bauern auf dem Weg zu einer Demonstration - hier in Süddeutschland. Foto: imago images/Arnulf Hettrich
Bauern auf dem Weg zu einer Demonstration - hier in Süddeutschland. Foto: imago images/Arnulf Hettrich

Mit Tausenden Treckern haben am Dienstag Bauern in Deutschland demonstriert und vielerorts den Verkehr lahm gelegt. Doch was folgt aus dieser Machtdemonstration? Ein Kommentar.

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22. Oktober 2019, 16:48 Uhr

Osnabrück | Deutschlands Landwirte haben am Dienstag ein Lebenszeichen an den Rest der Gesellschaft gesendet. Es gibt ihn noch, diesen stolzen Berufsstand, der die Menschen satt macht. Tatsächlich schien letzteres in den Debatten der vergangenen Jahre in Vergessenheit geraten zu sein. Da wurde in Frage gestellt, diskutiert und gefordert, ohne sich darum zu kümmern, wie das alles umgesetzt werden soll, was die Gesellschaft – ob nun berechtigt oder nicht - vom Landwirt in Sachen Umwelt- und Tierschutz so erwartet.

Das führte bei vielen Bauern zur finanziellen und emotionalen Überforderung, zu einer gewissen Fassungs- und Sprachlosigkeit. Jetzt haben sie ihrem Unmut darüber Luft gemacht. Ein berechtigtes Anliegen, aber was folgt daraus?

Die wahrscheinlichste Antwort lautet: nicht viel. Weiterhin werden einige Betriebe aufgeben und andere wachsen, so wie das schon seit Jahrzehnten der Fall ist. Es wird auch weiter Berichte geben über vermeintliche und tatsächliche Umweltprobleme und Tierschutzskandale. Und die Agrarpolitik wird daraufhin auch weiter nur mit Stückwerk reagieren, statt mit einer großen Strategie.

Aber vielleicht ist schon etwas erreicht, wenn mit den Tausenden Treckern auf den Straßen im einen oder anderen Hirn die Botschaft verankert wurde, dass Lebensmittel nicht im Supermarkt wachsen. Und das bei der anhaltenden Auseinandersetzung um die Landwirtschaft der Zukunft die Streitenden nicht vergessen, dass Bauern auch nur Menschen sind.

Video: Demonstration gegen Agrarpolitik: Das sagen Landwirte aus Niedersachsen


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