Zunahme häuslicher Gewalt : Ministerin Giffey fordert: Schrittweise Öffnung der Kitas bis zum Sommer

Während der Corona-Krise bleiben die Kitas in Deutschland geschlossen.
Während der Corona-Krise bleiben die Kitas in Deutschland geschlossen.

Auch Spielplätze sollten teilweise und unter Auflagen wieder frei zugänglich sein.

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20. April 2020, 16:36 Uhr

Berlin | Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) will eine schrittweise Öffnung der Kitas bis zum Sommer erreichen. Mit der von vielen betroffenen Eltern gewünschten Öffnung solle nicht bis zum Beginn des neuen Kita-Jahres im August gewartet werden, sagte Giffey am Montag in Berlin. Die langsame Rückkehr zum Betreuungsbetrieb werde aber auch vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie abhängen: "Es geht natürlich immer darum, dass das immer in Abhängigkeit vom Infektionsgeschehen gemacht werden muss."

Es müssten die Perspektiven von Eltern, Kindern, aber auch den Erziehern berücksichtigt werden, sagte die Ministerin. "Natürlich muss es um den Gesundheitsschutz und den Arbeitsschutz geschehen."

Franziska Giffey fordert: Spielplätze teilweise wieder öffnen

Giffey regte zudem an, besonders in großen Städten unter bestimmten Voraussetzungen auch wieder Kinderspielplätze zugänglich zu machen. Kinder bräuchten frische Luft und Bewegung, betonte die Ministerin. Es müsse erörtert werden, inwieweit eine teilweise Öffnung der Spielplätze möglich sein sollte. Auf dem Land sei dies ein kleineres Problem.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey.
imago images/Emmanuele Contini
Bundesfamilienministerin Franziska Giffey.

Am Montag hatte eine Arbeitsgruppe von Bund, Ländern und Experten erstmals über ein Konzept beraten, wie die Kinder-Tagesbetreuung schrittweise wieder in Gang kommen kann. Derzeit gibt es nur eine Notbetreuung für jüngere Kinder, der Zugang dazu ist etwa vom Beruf der Eltern abhängig. Noch gibt es – anders als bei den Schulen – keine konkrete Perspektive für eine schrittweise Öffnung. Giffey sieht die Empfehlung der Nationalakademie Leopoldina, Kitas bis zu den Sommerferien grundsätzlich geschlossen zu halten, sehr kritisch.

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Zunahme häuslicher Gewalt

Die Zahl der Hilferufe wegen Gewalt in Familien steigt nach Angaben von Giffey an. Seit etwa einer Woche beobachte man, dass die Zahl der Anrufe und Meldungen zu häuslicher Gewalt zunehme, sagte die SPD-Politikerin.

Dass Familien in der Corona-Krise viel Zeit auf engem Raum zu Hause verbrächten, erhöhe das Konflikt- und Stresspotenzial. Deswegen müsse genau abgewogen werden zwischen dem Gesundheitsschutz der Kinder vor dem Coronavirus und dem Kindeswohl insgesamt.

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