Kommentar : Kinder des IS: Holt sie da raus!

Blick ins Lager al-Hol. Foto: AFP/DELIL SOULEIMAN
Blick ins Lager al-Hol. Foto: AFP/DELIL SOULEIMAN

Zahlreiche deutsche IS-Anhänger sitzen gemeinsam mit ihren Kindern im Nahen Osten fest. Wie umgehen mit den Fanatikern und ihrem Nachwuchs? Dazu ein Kommentar.

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20. November 2019, 04:55 Uhr

Osnabrück | Weit über 100 Kinder mit deutschen Wurzeln sitzen in Flüchtlingslagern fest. Sie sind aufgewachsen zwischen Krieg und Terror. Niemand kann sagen, wie sehr sie die kranke Ideologie des selbst ernannten Islamischen Staates geprägt hat oder welche Gräueltaten sie traumatisiert haben.

Auch wenn es allen Grund gibt, daran zu zweifeln, ob Deutschland tatsächlich auf die Rückkehr der Kinder des IS vorbereitet ist, muss trotzdem eines gelten: Holt sie da raus! Mädchen und Jungen befinden sich in Lebensgefahr. Deutschland ist moralisch, aber nach Gerichtsentscheidungen auch rechtlich verpflichtet, so weit wie möglich die Kinder – im Zweifel samt Eltern – in Sicherheit zu bringen.

Aber was ist mit den übrigen IS-Anhängern, die die Kämpfe überlebt haben? US-Präsident Donald Trump hat die EU-Staaten lange gedrängt, die mutmaßlichen Terroristen zurückzunehmen. Was geschah? Nichts. Die Zurückhaltung ist verständlich. Nicht gegen alle Ausgereisten dürften ausreichend Gründe für eine Untersuchungshaft vorliegen, sobald sie wieder deutschen Boden betreten. Und für eine Dauerbewachung aller IS-Rückkehrer fehlt schlicht das Personal.

Ja, diese Personen stellen eine potenzielle Gefahr dar. Aber richtig ist auch: Eine Rücknahme kann die Bundesrepublik nicht auf Dauer verweigern, wenn sie auf der anderen Seite andere Staaten glaubhaft dazu drängen will, Straftäter und illegal Eingereiste zurückzunehmen.

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