Verbotspläne für Pseudotherapien : So kämpft Jens Spahn gegen "Umpolung" von Homosexuellen

In Deutschland gibt es immer noch sogenannte Konversationstherapien, die Homosexuelle 'umpolen' sollen.
In Deutschland gibt es immer noch sogenannte Konversationstherapien, die Homosexuelle "umpolen" sollen.

Therapien, die Homosexuelle "umpolen" sollen, sind in Deutschland immer noch zulässig, es gibt Tausende Fälle pro Jahr.

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11. Juni 2019, 11:56 Uhr

Berlin | Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht gute Chancen, sogenannte Konversionstherapien zur "Umpolung" von Homosexuellen schnell zu verbieten. "Konversionstherapien machen krank und sind nicht gesund", sagte Spahn am Dienstag in Berlin. Er strebe jetzt zügige Gespräche mit dem Bundesjustizministerium an. Ziel solle sein, noch dieses Jahr ein Gesetzentwurf für ein Verbot dieser Angebote auf den Weg zu bringen.

Tausende Fälle pro Jahr in Deutschland

Spahn hatte im Frühjahr eine Expertenkommission zum Thema eingesetzt. Die Kommission, die fachlich von der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld begleitet wird, und zwei wissenschaftliche Gutachten kommen nach Angaben des Ministers nun zu dem Schluss, dass ein Verbot aus medizinischer Sicht geboten und rechtlich möglich sei. Ein Abschlussbericht der Kommission soll Ende August veröffentlicht werden. (Lesen Sie auch:Priesterausbilder: Homosexualität Folge einer psychologischen Fehlentwicklung)

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU).
dpa/Britta Pedersen
Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Nach Angaben von Jörg Litwinschuh-Barthel von der Magnus-Hirschfeld-Stiftung muss von Tausenden Fällen pro Jahr in Deutschland ausgegangen werden, in denen versucht wird, homosexuelle Menschen durch fragwürdige Methoden umzuerziehen. Das reiche vom familiären Umfeld, Coaches und Therapeuten über Gebete bis hin zu Exorzismus, sagte Litwinschuh-Barthel am Dienstag in Berlin.

Jahrestag zur Abschaffung von Paragraph 175

Auch die Bundesländer hatten sich schon für ein Verbot solcher "Therapien" ausgesprochen. Der Bundesrat hatte Mitte Mai in einer Entschließung die Bundesregierung aufgefordert, die rechtlichen Voraussetzungen dafür zu prüfen.

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Die Verbotspläne stellte Spahn am Jahrestag der Abschaffung von Paragraph 175, auch bekannt als "Schwulen-Paragraph", vor. Dieses Gesetz erlaubte die strafrechtliche Verfolgung Homosexueller, 64.000 Menschen wurden dadurch verurteilt. Heute vor 25 Jahren wurde der Paragraph abgeschafft. Betroffene kämpfen noch immer für Entschädigungen.

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