Strammer Kurs von Innenminister : Italien: Migranten werden aus Vorbild-Dorf umgesiedelt

Matteo Salvini führt einen strikten Anti-Migratiions-Kurs.
Matteo Salvini führt einen strikten Anti-Migratiions-Kurs.

Italiens Innenminister Matteo Salvini führt seinen strammen Anti-Migrations-Kurs fort.

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14. Oktober 2018, 09:59 Uhr

Rom | Italiens rechtspopulistischer Innenminister Matteo Salvini siedelt alle Migranten aus einem flüchtlingsfreundlichem Dorf um. Im süditalienischen Riace war vor rund zwei Wochen der Bürgermeister Domenico Lucano festgenommen worden, der international als Symbol für Integration und Toleranz galt. Die Migranten würden von kommender Woche an in andere Flüchtlingsunterkünfte in Italien gebracht, erklärte das Innenministerium am Samstag. Laut italienischer Medien wohnen rund 200 Einwanderer in dem kleinen Ort in Kalabrien.

Lucano wird Begünstigung illegaler Einwanderung vorgeworfen. Er soll unter anderem Scheinehen zwischen Flüchtlingen und Einwohnern von Riace organisiert haben. Lucanos Idee war, das aussterbenden Dorf mit der Hilfe von Migranten wiederzubeleben. Viele Menschen, darunter auch Prominente wie Anti-Mafia-Autor Roberto Saviano, hatten gegen seine Festnahme protestiert. Sie sehen darin eine politische Motivation der rechten Regierung. Lucano hatte in Deutschland den Dresdner Friedenspreis gewonnen. Er selbst erklärte, die Regierung wolle lediglich seine migrantenfreundliche Projekte zerstören.

"Wer einen Fehler macht, muss dafür bezahlen", sagte Salvini nun. "Man darf keine Unregelmäßigkeiten bei der Verwendung öffentlicher Gelder dulden, auch nicht wenn es die Entschuldigung gibt, sie für Migranten auszugeben." Der Chef der Partei Lega fährt seit seinem Amtsantritt einen strammen Anti-Migrations-Kurs.

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