Nach Schülerprotesten : Zweites europäisches Land ruft Klimanotstand aus

Mitte März gingen in Dublin Schüler der Fridays-for-Future-Bewegung auf die Straße. Nun gibt es ein Signal aus der irischen Politik.
Mitte März gingen in Dublin Schüler der Fridays-for-Future-Bewegung auf die Straße. Nun gibt es ein Signal aus der irischen Politik.

Greta Thunbergs Appell zeigt Wirkung: Ein zweites Land hat einen Notstand für Klima und Biodiversität verhängt.

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10. Mai 2019, 08:50 Uhr

Dublin | Tausende Schüler protestieren seit Monaten weltweit für mehr Klimaschutz. Die Fridays-for-Future-Bewegung, inspiriert von der schwedischen Aktivistin Greta Thunberg, brachte Anfang Mai schon Großbritannien dazu, offiziell einen Klimanotstand auszurufen. Nun hat Irland nachgezogen.

Die Klimabeauftragte Hildegarde Naughton begrüßte den Beschluss, für den es parteiübergreifend Zustimmung gebe. "Wir müssen jetzt handeln", bekräftigte Hiildegarde Naughton auf Twitter.

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Auch die Grünen sowie Greta Thunberg äußerten sich anerkennend auf den Vorstoß.

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Skeptiker im Parlament verwiesen darauf, dass noch nicht geklärt sei, was der Klimanotstand bedeutet und welche Maßnahmen mit ihm einhergehen.

Dabei befindet sich Irland schon auf einem guten Weg beim Klimaschutz. Laut der Statistikbehörde Eurostat reduzierte sich 2018 in drei europäischen Ländern der CO2-Ausstoß besonders deutlich – darunter ist Irland. Der dortige Rückgang betrug 6,8 Prozent.

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Auch Großbritannien vermeldet Fortschritte beim Klimaschutz. Kürzlich kam das Land erstmals seit Inbetriebnahme seines ersten Kohlekraftwerks, 1882, eine Woche lang ohne Kohlestrom aus. Die "kohlefreie" Stromversorgung werde in Zukunft häufiger möglich sein, da in das Energiesystem immer mehr Strom aus erneuerbaren Quellen eingespeist werde, erklärte der Chef des britischen Netzbetreibers National Grid, Fintan Slye. Ab 2025 solle die Stromversorgung des Landes ohne Kohlekraftwerke gewährleistet werden.

Merkel bremst beim Klimaschutz

Acht EU-Länder hatten am Mittwoch zudem in einem gemeinsamen Appell für das ehrgeizige Ziel geworben, die EU solle bis 2050 gar keine Klimagase mehr in die Atmosphäre blasen. Der Vorstoß kurz vor dem EU-Gipfel im rumänischen Sibiu geht auf Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zurück. Belgien, Dänemark, Luxemburg, die Niederlande, Portugal, Spanien und Schweden schlossen sich an. Irland war nicht darunter. Auch Deutschland enthielt sich.

Merkel sagte, sie könne sich dem nicht anschließen, weil es nicht den deutschen Klimazielen entspreche. In der Bundesregierung fehlt bisher die einheitliche Linie: Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) unterstützte die französische Initiative und fuhr Merkel damit in die Parade.

Weiterlesen: Erste Stadt Deutschlands ruft den Klimanotstand aus

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