Erinnerungen an Flüchtlingskrise : Selfies mit Facharbeitern – Merkel auf Firmenbesuch in Indien

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), machte beim Indien-Besuch Selfies mit mehreren Facharbeitern.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), machte beim Indien-Besuch Selfies mit mehreren Facharbeitern.

Zwei Tage war die deutsche Kanzlerin auf Indien-Reise.

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02. November 2019, 08:30 Uhr

Neu Delhi | Ob die Kanzlerin in diesem Moment an die Situation im September 2015 gedacht hat? Während des Rundgangs beim deutschen Automobilzulieferer Continental in Neu Delhi baten indische Arbeiter der Bremsenfertigung des Unternehmens die Kanzlerin am Samstag um ein Selfiefoto. Merkel zeigte keine Berührungsängste und lächelte in die Kamera.

Erinnerungen an Flüchtlingskrise

Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise 2015 hatte ein Selfiefoto der Kanzlerin mit einem irakischen Flüchtling für ein Kontroverse gesorgt. Kritiker argumentierten, die Szene sende ein Signal an die Welt, dass Deutschland für alle Flüchtlinge offen stehe.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lässt sich am 10. September 2015 nach dem Besuch einer Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber der Arbeiterwohlfahrt (AWO) und der Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge in Berlin-Spandau für ein Selfie zusammen mit einem Flüchtling fotografieren. Foto: dpa/Bernd von Jutrczenka
picture alliance / Bernd von Jutrczenka/dpa
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lässt sich am 10. September 2015 nach dem Besuch einer Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber der Arbeiterwohlfahrt (AWO) und der Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge in Berlin-Spandau für ein Selfie zusammen mit einem Flüchtling fotografieren. Foto: dpa/Bernd von Jutrczenka


In diesem Fall dürfte eine derartige Aufregung ausbleiben. In Deutschland sucht die Wirtschaft händeringend nach Fachkräften. Continental ist seit zehn Jahren mit Technologiepartnerschaften und Joint Ventures in Indien präsent. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 8000 Mitarbeiter an 15 Standorten. Darunter sind acht Werke für den indischen Markt und ein technisches Entwicklungszentrum, das globale Forschung unterstützt.

Merkel: Gute Chancen für deutsche Wirtschaft in Indien

Kanzlerin Merkel war zwei Tage zu Besuch in Indien. Am Ende ihrer Reise sagte sie bei der Jahreshauptversammlung der Deutsch-Indischen Handelskammer in Neu Delhi, sie sehe gute Chancen für mehr deutsche Investitionen in Indien. Dies gelte etwa bei der Modernisierung der Infrastruktur wie dem Ausbau der Hochgeschwindigkeits-Zugverbindungen. Die Kanzlerin machte sich zugleich für einen neuen Anlauf für ein Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Indien stark. Ein 2007 begonnener Anlauf für ein solches Abkommen war auf beiden Seiten 2012 unterbrochen worden.

Ein Großplakat mit dem Bild von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Narendra Modi, Premierminister von Indien, ist am Straßenrand in Neu Delhi zu sehen. Foto: dpa/Michael Kappeler
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Ein Großplakat mit dem Bild von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Narendra Modi, Premierminister von Indien, ist am Straßenrand in Neu Delhi zu sehen. Foto: dpa/Michael Kappeler


Mehr Zusammenarbeit mit Indien

Die Bundesregierung will nach den Worten Merkels die Einwanderung indischer Fachkräfte nach Deutschland vereinfachen. Nötig sei eine Neuregelung beim Investitionsschutz, nachdem die alte Regelung 2016 ausgelaufen sei. Die deutsch-indische Zusammenarbeit habe deutlich mehr Potenzial in der Zukunft als bisher. Mehr Zusammenarbeit solle es auch im Digitalisierungs-, Innovations-, Gesundheits- und Landwirtschaftsbereich geben, sagte die Kanzlerin. Merkel betonte ihren Einsatz für ein nicht protektionistisches, multilaterales Handelssystem. Dies wollten Indien und Deutschland gemeinsam stärken.

Beim Klimaschutz und der innovativen Technologie würden Deutschland und Indien künftig stärker als bisher bei nachhaltigen Themen kooperieren, sagte Merkel, die betonte, dass beide Länder verlässliche Wirtschaftspartner seien. Deutsche Unternehmer halten sich mit Investitionen unter anderem wegen komplizierter bürokratischer Verfahren in dem 1,3-Milliarden-Einwohner-Land zurück.

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