Neue Wege im ukrainischen Wahlkampf : Was war da denn los? Ukraines Präsident Poroschenko platzt in Live-Talkshow

Petro Poroschenko droht im ukrainischen Wahlkampf eine krachende Niederlage. Wohl auch deshalb hat er eine TV-Show gestürmt.
Petro Poroschenko droht im ukrainischen Wahlkampf eine krachende Niederlage. Wohl auch deshalb hat er eine TV-Show gestürmt.

Ukraines amtierender Präsident wählt neue Wege im Wahlkampf: Vor laufenden Kameras stürmte er eine TV-Talkshow.

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12. April 2019, 20:15 Uhr

Kiew | Kurz vor der Stichwahl um das Präsidentenamt in der Ukraine geht Amtsinhaber Petro Poroschenko in einen ungewöhnlichen Wahlkampf-Modus. Er stürmte am Donnerstagabend ohne Einladung in eine Talkshow des Senders "1+1", der seinem Herausforderer und Favoriten Wolodymyr Selenskyj nahesteht. An den Politikneuling gerichtet sagte Poroschenko vor laufender Kamera: "Kommen Sie her, das ist nicht schrecklich. Ich werde hier 40 Minuten sein und auf Sie warten."

Einen Ausschnitt aus der Sendung sehen Sie hier:

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Gegner Selesnkyj ruft in Sendung an

Wenig später rief Selesnkyj live in der Sendung an und sagte, er sei bereits mit einem Linienflug nach Paris gereist. Beide Kandidaten wollten sich an diesem Freitag mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron treffen. "Diese Information ist Ihnen bekannt", sagte Selesnkyj zu Poroschenko. Der Präsident hatte am Freitag auch einen Termin bei Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin, die aber nicht Selenskyj traf.

Poroschenko forderte Selenskyj erneut auf, sich ihm am kommenden Sonntag im Kiewer Olympiastadion einem Rededuell zu stellen. Daraufhin beendete der Schauspieler das Gespräch mit den Worten: "Doch jetzt bin ich fertig: am 19. im Olympiastadion. Punkt. Auf Wiedersehen."

Streit um Duell

Um den Termin für das Rededuell gibt es Streit zwischen beiden Kandidaten. Zunächst gab es keine Einigung. Der Sender kündigte an, Poroschenko für den TV-Auftritt zu verklagen.

Poroschenko steht Umfragen zufolge vor einer verheerenden Niederlage. Um seine Tauglichkeit unter Beweis zu stellen, absolvierte er bereits zwei Tests auf Alkohol und Drogen. Favorit für die Stichwahl am Ostersonntag (21. April) ist Selenskyj.

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