Tod mit 82 Jahren : Große Trauer um Ex-Außenminister Klaus Kinkel

Der frühere Bundesaußenminister Klaus Kinkel ist im Alter von 82 Jahren gestorben.
Der frühere Bundesaußenminister Klaus Kinkel ist im Alter von 82 Jahren gestorben.

Die Beisetzung findet auf Kinkels Wunsch im engsten Kreis statt.

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05. März 2019, 09:35 Uhr

Berlin | Der ehemalige Bundesaußenminister Klaus Kinkel ist tot. Der frühere FDP-Vorsitzende starb am Montag im Alter von 82 Jahren, wie der heutige Parteichef Christian Lindner unter Berufung auf die Familie am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Große Anteilanhme

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte zum Tod Kinkels: "Ich trauere um einen treuen Weggefährten aus der Zeit nach der deutschen Wiedervereinigung. Klaus Kinkel war ein großer Liberaler und ein kompromissloser Streiter für Freiheit und Demokratie", ließ die Kanzlerin die stellvertretende Regierungssprecherinn Ulrike Demmer am Dienstag via Twitter mitteilen.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker würdigte den Verstorbenen als "großen Europäer" und "deutschen Patrioten".

Auch der Deutsche Fußball-Bund trauert. Der frühere FDP-Chef hatte als erster Vorsitzender die 2016 eingerichtete Ethikkommission des DFB geführt und sich zuvor unter anderem rund 20 Jahre lang im Kuratorium der DFB-Stiftung Sepp Herberger engagiert. "Der Tod von Klaus Kinkel hat uns alle im DFB und mich persönlich sehr erschüttert, weil ich fast 30 Jahre lang mit ihm in unterschiedlichen Funktionen sehr vertrauensvoll zusammengearbeitet habe", sagte Verbandspräsident Reinhard Grindel in einer DFB-Mitteilung vom Dienstag.

Kinkel habe bei seiner Arbeit in wichtigen Stiftungen immer wieder die soziale Dimension des Fußballs in den Mittelpunkt gerückt. «Als erster Vorsitzender der Ethikkommission des DFB hat er sich bleibende Verdienste um die Good Governance in unserem Verband erworben», sagte Grindel.

Beisetzung im engsten Kreis der Familie

Die Beisetzung findet auf Kinkels Wunsch im engsten Kreis statt. Er gehörte über viele Jahre hinweg zu den engsten Mitarbeitern des früheren Außenministers Hans-Dietrich Genscher (ebenfalls FDP). Nach dessen Abschied aus dem Auswärtigen Amt übernahm er 1992 für sechs Jahre selbst das Ministerium. Kinkel war auch Vizekanzler der damaligen schwarz-gelben Koalition.

Kinkel war am deutsch-deutschen Einigungsvertrag beteiligt

Der gebürtige Schwabe begann seine berufliche Karriere nach einem Jura-Studium als Beamter im Bundesinnenministerium. 1979 war er der erste Zivilist an der Spitze des Bundesnachrichtendienstes (BND). Nach dem Machtwechsel zu Schwarz-Gelb 1982 kehrte er als Staatssekretär im Justizministerium in die damalige bundesdeutsche Hauptstadt Bonn zurück. In dieser Funktion war er nach dem Fall der Mauer auch am deutsch-deutschen Einigungsvertrag beteiligt.

Vorsitz der Deutsche-Telekom-Stiftung

1991 wurde der Spitzenbeamte selbst Justizminister. Erst damals trat er auch in die FDP ein. Ein Jahr später setzte er sich nach Genschers Rücktritt in einer Kampfabstimmung um den Chefposten im Auswärtigen Amt gegen die damalige Bauministerin Irmgard Adam-Schwaetzer (ebenfalls FDP) durch. 1993 wurde Kinkel Vize von Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU). Zusätzlich übernahm Kinkel damals auch noch den Vorsitz der FDP. Nach einer Niederlagenserie bei Kommunal- und Landtagswahlen verzichtete er jedoch 1995 auf eine abermalige Kandidatur. Mit dem Wahlsieg von Rot-Grün verlor er 1998 sein Ministeramt. Bis 2002 saß Kinkel dann noch im Bundestag. Später arbeitete er als Anwalt und übernahm den Vorsitz der Deutsche-Telekom-Stiftung. Zuletzt lebte er in Sankt Augustin bei Bonn.


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