Immer wieder illegale Überflüge : Illegale Ware aus der Luft: Land testet Drohnen-Warnsystem für Gefängnisse

Ein Untersuchungsgefängnis in Hamburg. Unbekannte haben 2014 versucht, mit einer Drohne ein Handy und Drogen in das Hamburger Untersuchungsgefängnis am Holstenglacis zu schmuggeln. Foto: Christian Charisius/dpa
Ein Untersuchungsgefängnis in Hamburg. Unbekannte haben 2014 versucht, mit einer Drohne ein Handy und Drogen in das Hamburger Untersuchungsgefängnis am Holstenglacis zu schmuggeln. Foto: Christian Charisius/dpa

Die Drogen kamen aus der Luft. Zielort waren Gefängnisse in Bremen und Hamburg. In diesen beiden Fällen aus dem Jahr 2014 scheiterten die Schmuggelversuche per Drohne. Aber seitdem sind die Justizbehörden für die Gefahr von oben sensibilisiert. Nicht nur Drogen, theoretisch können auch Waffen per Lufttaxi in die Knäste geliefert werden. Was dagegen tun?

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16. November 2019, 01:11 Uhr

Osnabrück | Niedersachsen will jetzt ein System ausprobieren, das Drohnenüberflüge registriert und Wärter alarmiert. Eine entsprechende Ausschreibung läuft. Ein Sprecher des Justizministeriums in Hannover bestätigte unserer Redaktion, dass das System in mehreren Justizvollzugsanstalten im Land getestet werden soll. „Danach soll entschieden werden, ob weitere Geräte beschafft werden.“

Fünf illegale Überflüge

Bislang ist es wohl eher Zufall, ob eine Drohne über dem Gefängnis entdeckt wird oder nicht. Laut Ministerium wurden in diesem Jahr fünf Drohnenüberflüge registriert, im vergangenen Jahr waren es vier. „Erkenntnisse, dass durch diese Drohnen verbotene Gegenstände eingebracht wurden, liegen nicht vor.“ Als wahrscheinlicher gilt wohl, dass die Piloten schlicht die Flugverbotszone über den Haftanstalten ignorierten.

Auch andere Nordländer haben Flugobjekte über ihren Gefängnissen registriert, in Schleswig-Holstein beispielsweise waren es in diesem und im vergangenen Jahr vier Drohnen. In allen Fällen sollen Privatnutzer schlicht die Kontrolle über ihre Flugobjekte verloren haben.

Andere Nordländer kennen das Problem

Die Vorfälle in Hamburg und Bremen haben allerdings gezeigt, dass es nicht immer ein Irrtum sein muss, wenn eine Drohne auftaucht. Was das Land dagegen zu tun gedenkt? „Zu den Abwehrmechanismen der Anstalten wird aus Sicherheitsgründen keine Aussage getroffen“, teilt ein Behördensprecher aus Kiel mit.

Das Justizministerium in Mecklenburg-Vorpommern spricht von einem „niederschwelligen Problem“, dass die Behörden aber im Blick hätten. „Weniger als zehn Überflüge“ seien seit 2017 aufgefallen. „Systeme zur Ortung oder zum Abschuss von Drohnen sind bislang nicht im Einsatz.“ Aktuell werde geprüft, ob die Anschaffung einer solchen Anlage „sachgerecht“ wäre.

Mehrere Unternehmen bieten bereits verschiedene Drohnenabwehrsysteme an. Vom Störsender für die Drohnensteuerung bis zum Drohnenabfang-Fluggerät mit Fangnetz. Hessen hatte angekündigt, ein Ortungsgerät für Drohnen zu testen. Es soll den Luftraum mit Schall oder Wärmebild überwachen. (mit dpa)

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