Arbeitgeber dagegen : Minister Heil will Recht auf Homeoffice einführen: Freie Wahl für Arbeitnehmer?

Kommt das Recht auf Heimarbeit? Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) arbeitet bereits an einem Entwurf.
Kommt das Recht auf Heimarbeit? Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) arbeitet bereits an einem Entwurf.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will zügig ein Recht auf Heimarbeit schaffen. Arbeitgeberverbände winken ab.

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26. April 2020, 17:39 Uhr

Berlin | Angesichts des in der Corona-Krise vielfach genutzten Homeoffice will Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) zügig ein Recht auf Heimarbeit schaffen. "Ich arbeite an einem neuen Gesetz für ein Recht auf Homeoffice, das ich bis Herbst vorlegen werde", sagte er der "Bild am Sonntag". Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) lehnte das Vorhaben ab.

In der Corona-Krise sei die Zahl der Arbeitnehmer im Homeoffice ersten vorsichtigen Schätzungen zufolge von zwölf auf 25 Prozent aller Beschäftigten gestiegen, sagte Heil. "Das wären acht Millionen Männer und Frauen, die ihren Job gerade von zu Hause aus erledigen."

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Außerdem sagte Heil: "Jeder, der möchte und bei dem es der Arbeitsplatz zulässt, soll im Homeoffice arbeiten können – auch wenn die Corona-Pandemie wieder vorbei ist", sagte der Bundesarbeitsminister zu seinem Gesetzesvorhaben. "Wir lernen in der Pandemie gerade, wie viele Arbeiten heutzutage von zu Hause erledigt werden können."

Hubertus Heil (SPD), Bundesminister für Arbeit und Soziales.
dpa/Kay Nietfeld
Hubertus Heil (SPD), Bundesminister für Arbeit und Soziales.

Heils Idee: Homeoffice nach den Wünschen des Arbeitnehmers

Wo es betrieblich möglich sei, könne künftig jeder Arbeitnehmer das Arbeiten von Zuhause aus einfordern. "Man darf entweder komplett auf Homeoffice umsteigen oder auch nur für ein oder zwei Tage die Woche", sagte Heil.

Mit "fairen Regeln" werde er verhindern, dass "sich die Arbeit zu sehr ins Private frisst". Auch im Homeoffice gebe es einen Feierabend – "und zwar nicht erst um 22 Uhr". Heimarbeit soll aber für die Arbeitnehmer eine freiwillige Möglichkeit bleiben. "Wir wollen mehr Homeoffice ermöglichen, aber nicht erzwingen", sagte Heil.

Hören Sie die passende Folge unseres Podcasts "Coronaland":

Heil bekommt Unterstützung

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) unterstützte den Vorschlag. "Die vergangenen Wochen haben gezeigt, wie viel im Homeoffice möglich ist", sagte er der Zeitung. "Das ist eine echte Errungenschaft, hinter die wir nicht mehr zurückfallen sollten."

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Zustimmung bekam Heil auch von den Grünen. "Es ist längst an der Zeit, dass aus dem Privileg, das bisher nur für wenige gilt, ein Anspruch auf Homeoffice für viele wird", erklärte die Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt. Damit Arbeiten von Zuhause überhaupt technisch reibungslos möglich ist, brauche es endlich auch einen Rechtsanspruch auf schnelles Internet.

Arbeitgeberverband spricht von "politischem Ladenhüter"

"Politische Ladenhüter aus der Zeit vor dem größten Wirtschaftsrückgang seit vielen Jahrzehnten aufzuwärmen, wirkt etwas aus der Zeit gefallen", kommentierte BDA-Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter die Pläne. "Wir brauchen ein Belastungsmoratorium statt weitere Vorgaben, die Wachstum und Flexibilität beschränken", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Es sei im Interesse von Arbeitgebern und Beschäftigten, mobiles Arbeiten dort einzusetzen, wo es möglich und sinnvoll ist, fügte Kampeter hinzu. Mit Homeoffice allein könne die Wirtschaft nicht am Laufen gehalten werden.

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