Umstrittene Konversionsbehandlungen : Pseudo-Therapien zur Umpolung Homosexueller künftig verboten

Der Bundesrat beschließt ein Verbot sogenannter Konversionsbehandlungen zur Umpolung Homosexueller.
Der Bundesrat beschließt ein Verbot sogenannter Konversionsbehandlungen zur Umpolung Homosexueller.

Betroffene berichten von Depressionen und Suizidgedanken.

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05. Juni 2020, 10:41 Uhr

Berlin | Dubiose Therapien zur vermeintlichen Heilung von Homosexualität sind bei Minderjährigen künftig komplett untersagt, bei Volljährigen unter bestimmten Umständen. Nach dem Bundestag hat am Freitag auch der Bundesrat einem entsprechenden Gesetz zum Verbot sogenannter Konversionsbehandlungen zugestimmt. In Kraft treten soll es nach der Verkündung im Bundesgesetzblatt. Weil es dafür keine festen Fristen gibt, könnten bis dahin noch einige Wochen vergehen.

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Verbot von Konversionsbehandlungen: Diese Strafen drohen bei Missachtung

Die Regelung sieht vor, dass bis zu einem Alter von 18 Jahren Methoden zur Unterdrückung der sexuellen Orientierung komplett verboten sein sollen. Strafen drohen auch, wenn die Betroffenen zwar volljährig sind, aber durch Zwang, Drohung oder Täuschung zu einer derartigen "Umpolungs"-Maßnahme bewegt wurden. Bei Missachtung des Verbots droht bis zu einem Jahr Gefängnis oder eine Geldstrafe. Darüber hinaus ist in Zukunft auch die Werbung für "Konversionstherapien" untersagt.

Wovon Betroffene berichten

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte das Vorhaben vor einem Jahr angeschoben und immer wieder gesagt: "Homosexualität ist keine Krankheit". Durch Konversionstherapien entstehe oft schweres körperliches und seelisches Leid. Die angebliche Therapie mache krank und nicht gesund.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich für das Gesetz stark gemacht.
dpa/Michael Kappeler
Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich für das Gesetz stark gemacht.

Betroffene berichten beispielsweise von Depressionen und Suizidgedanken. Zahlen gibt es nicht, die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, benannt nach dem Sexualwissenschaftler und Mitbegründer der weltweit ersten Homosexuellen-Bewegung, geht aber von Tausenden Fällen pro Jahr aus.

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