Entrüstung wegen AfD-Post : Hetze gegen Nürnberger Christkind: "Die hämische Fratze des Rassismus"

Das neu gewählte Nürnberger Christkind Benigna Munsi. Während der Adventszeit ist das Christkind die wichtigste Repräsentantin des Weihnachtsmarktes.
Das neu gewählte Nürnberger Christkind Benigna Munsi. Während der Adventszeit ist das Christkind die wichtigste Repräsentantin des Weihnachtsmarktes.

Ein rassistischer Kommentar auf der Facebook-Seite eines AfD-Kreisverbands zum Nürnberger Christkind sorgt für Wirbel.

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01. November 2019, 18:12 Uhr

Nürnberg/München | "Hier begegnet uns die hämische Fratze des Rassismus, den die AfD als ihre Geisteshaltung immer gerne leugnen möchte", sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kritisierte bei Twitter ein schäbiges Verhalten einzelner AfD-Funktionäre und warnte: "Diese Hetze dürfen wir nicht zulassen."


AfD: "Eines Tages wird es uns wie den Indianern gehen."

Der AfD-Kreisverband München-Land hatte am Donnerstag bei Facebook zunächst ein Bild der 17-jährigen Benigna Munsi veröffentlicht und augenscheinlich in Anspielung auf die Ausrottung der Ureinwohner Amerikas geschrieben: "Nürnberg hat ein neues Christkind. Eines Tages wird es uns wie den Indianern gehen.»"

Munsi war zuvor von einer Jury einstimmig zum neuen Christkind von Nürnberg für die nächsten zwei Jahre gewählt worden. Die gebürtige Nürnbergerin spricht laut ihrer Mutter neben Deutsch und Englisch auch Portugiesisch und Spanisch. Ihr Vater ist indischer Herkunft und besitzt seit vielen Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft, die Mutter ist Deutsche.

Ihre wichtigste Aufgabe als Christkind wird es sein, am 29. November den weltberühmten Nürnberger Christkindlesmarkt zu eröffnen.

Hunderte Internetnutzer verteidigten die junge Frau

Der AfD-Kreisverband löschte den umstrittenen Post später und entschuldigte sich. Die Kreisvorsitzende München-Land, Christina Specht, sagte auf Anfrage, der Kommentar entspreche nicht den Werten der AfD und sei von einem Redakteur des Kreisverbands eigenmächtig gepostet worden. Dieser sei inzwischen zurückgetreten. Im Kreisverband seien Iraner und Chinesen Mitglied. Als Konsequenz aus dem Posting gelte nun im Kreisverband bei Kommentaren in sozialen Netzwerken ab sofort das Vier-Augen-Prinzip, sagte sie.

Hunderte Internetnutzer verteidigten die junge Frau mit Kommentaren in sozialen Netzwerken. "Lass dich nicht unterkriegen Benigna Munsi", schrieb etwa ein Nutzer bei Twitter.

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