Kim Jong Uns "supergroßer" Raketenwerfer : Hat Nordkorea mit Waffentest gegen UN-Resolution verstoßen?

Dieses von der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA zur Verfügung gestellte Foto zeigt den Abschuss einer Rakete.
Dieses von der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA zur Verfügung gestellte Foto zeigt den Abschuss einer Rakete.

Nordkorea brüstet sich mit dem jüngsten Raketentest. Die Reaktionen fallen gespalten aus – Trump ist "nicht glücklich".

von
25. August 2019, 16:21 Uhr

Seoul/Washington | Bei seinem jüngsten Waffentest hat die selbst erklärte Atommacht Nordkorea nach eigenen Angaben ein "neu entwickeltes supergroßes" Mehrfachraketenwerfersystem erprobt. Machthaber Kim Jong Un habe den Test am Samstag selber angeleitet und die Entwickler der Waffe gewürdigt, berichteten Staatsmedien am Sonntag.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt einer externen Plattform, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden.

 Externen Inhalt laden

Mit Aktivierung der Checkbox erklären Sie sich damit einverstanden, dass Inhalte eines externen Anbieters geladen werden. Dabei können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen

Es handle sich um eine großartige Waffe. US-Präsident Donald Trump reagierte wie schon bei den nordkoreanischen Raketentests in den Wochen zuvor betont gelassen. Er hofft auf neue Verhandlungen mit Kim. Die Bundesregierung verurteilte den erneuten Test.

Weiterlesen: Als erster US-Präsident: Trump überschreitet Grenzlinie zu Nordkorea

Siebter Raketentest seit Ende Juli

Südkoreas Streitkräfte hatten die Vermutung geäußert, dass es sich bei den zwei Raketen, die Nordkorea zuletzt vom Osten des Landes aus abgefeuert hatte, erneut um zwei ballistische Kurzstreckenraketen handelte. Die Raketen seien etwa 380 Kilometer in Richtung offenes Meer geflogen. Es war das siebte Mal seit Ende Juli, dass Nordkorea mehrere Raketen oder Lenkwaffen getestet hat.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt einer externen Plattform, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden.

 Externen Inhalt laden

Mit Aktivierung der Checkbox erklären Sie sich damit einverstanden, dass Inhalte eines externen Anbieters geladen werden. Dabei können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen

UN-Resolution untersagt Nordkorea ballistische Raketentests

Tests mit ballistischen Raketen jeglicher Reichweite sind dem Land, das mehrfach Atombomben getestet hat, durch UN-Resolutionen untersagt. Derartige Raketen sind in aller Regel Boden-Boden-Raketen, die einen konventionellen, chemischen, biologischen oder atomaren Sprengkopf befördern können.

Nordkorea beschrieb nach dem jüngsten Test die "neue Waffe" nicht näher. Der Test habe aber gezeigt, dass "alle taktischen und technologischen Merkmale des Systems" korrekt die voreingestellten Messdaten erfüllt hätten, hieß es. Nordkorea hatte in den vergangenen Wochen mehrfach von neuartigen Waffen gesprochen.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt einer externen Plattform, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden.

 Externen Inhalt laden

Mit Aktivierung der Checkbox erklären Sie sich damit einverstanden, dass Inhalte eines externen Anbieters geladen werden. Dabei können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen

In Südkorea wird spekuliert, Nordkorea könnte mit seinen Waffentests versuchen, die Oberhand bei neuen Verhandlungen mit den USA zu gewinnen. Bereits in den Wochen zuvor hatte Pjöngjang ein Militärmanöver der USA mit Südkorea zum Anlass für mehrere Raketentests genommen.

Lesen Sie weiter: Nordkorea verkündet Einstellung von Atom- und Raketentests

Südkorea reagiert verhalten

Seoul wertete die Tests des abgeschotteten Nachbarlandes jeweils als "Machtdemonstration", die den Unmut Pjöngjangs über die Manöver zeigen sollten. Die USA und Südkorea haben die Übungen jedoch am vergangenen Dienstag beendet.

Trump zeigte sich "nicht glücklich" über Nordkoreas jüngste Tests, spielte aber die Bedeutung herunter. Auf dem G7-Gipfel im französischen Biarritz sagte er am Sonntag über Kim: "Er verstößt nicht gegen eine Vereinbarung." Er sei zuversichtlich, "dass Kim Jong Un, den ich gut kennengelernt habe, am Ende das Richtige tun wird".

Japans Ministerpräsident Abe: Klare Verletztung der UN-Resolution

Dagegen sagte der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe, der sich mit Trump in Biarritz aufhielt, der nordkoreanische Raketentest stelle eine "klare Verletzung der einschlägigen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats" dar. Dies sei "extrem bedauerlich".

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe (links) und US-Präsident Donald Trump.
picture alliance/dpa
Japans Ministerpräsident Shinzo Abe (links) und US-Präsident Donald Trump.

Kurz vor seinem Abflug zum Gipfel hatte Trump mit Blick auf Kim gesagt: "Er testet gerne Raketen." Andere Staaten täten das auch. Trump setzt darauf, dass Kim, mit dem er sich seit Juni 2018 dreimal getroffen hat, die Verhandlungen über dessen Atomwaffenprogramm wiederaufnehmen will.

Südkorea berief wie schon bei den Waffentests des Nachbarlandes zuvor den Nationalen Sicherheitsrat ein. Wieder rief der Rat in einer Erklärung die kommunistische Regierung in Pjöngjang auf, Aktionen zu unterlassen, die die Spannungen in der Region erhöhen könnten.

Das könnte Sie interessieren: Nordkorea droht mit Absage von Kim/Trump-Gipfeltreffen

Bundesregierung verurteilt Raketentest

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes teilte am Sonntag mit, Nordkorea setze sich mit der Serie völkerrechtswidriger Raketentests in den vergangenen Wochen auf eklatante Weise über seine Verpflichtungen aus einschlägigen Resolutionen des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen hinweg.

"Der nunmehr siebte Raketenstart erhärtet die bestehenden Zweifel an Nordkoreas bekundeter Bereitschaft zur Denuklearisierung." Die Bundesregierung fordere Nordkorea mit Nachdruck auf, Provokationen zu unterlassen und an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen