Stillstand im Nahverkehr : Härtester Warnstreik des Jahres in Berlin: Chaos in Tegel

Stillstand in Berlin: Die Mitarbeiter der Berliner Verkehrsbetriebe streiken an diesem Montag, den 1. April. Der Hauptstadt droht ein Verkehrschaos. Foto: dpa/Christoph Soeder
Stillstand in Berlin: Die Mitarbeiter der Berliner Verkehrsbetriebe streiken an diesem Montag, den 1. April. Der Hauptstadt droht ein Verkehrschaos. Foto: dpa/Christoph Soeder

In der Hauptstadt wird heute, 1. April 2019, gestreikt. Berlins Busse und Bahnen bleiben in den Depots, ein Chaos droht.

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01. April 2019, 05:50 Uhr

Berlin | Nach dem flächendeckenden Warnstreik bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) am Montag wollen Arbeitgeber und Gewerkschaften am Donnerstag einen weiteren Einigungsversuch unternehmen. Bis dahin werde es keinen weiteren Warnstreik geben, kündigte Verdi-Verhandlungsführer Jeremy Arndt auf 105'5 Spreeradio an. Ein Scheitern der Tarifverhandlungen sei nicht ausgeschlossen.

Am Montag standen U-Bahnen und Straßenbahnen der Hauptstadt still, auch die meisten Busse blieben in den Depots. Mit täglich rund 2,9 Millionen Fahrgästen ist die landeseigene BVG Deutschlands größtes kommunales Nahverkehrsunternehmen. Nur halb so viele sind es an normalen Tagen bei der S-Bahn – in ihre Züge drängten sich am Montag aber viele zusätzliche Kunden. Die S-Bahn war wie die Regionalzüge nicht vom Warnstreik betroffen.

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Zu Fuß zum Fughafen

Auf Autobahnen und Einfallstraßen gab es Staus. Chaotisch wurde für viele Reisende die Anfahrt zum Flughafen Tegel. Der Airport hat keinen Gleisanschluss, die wenigen Pendelbusse konnten die BVG-Busse nicht ersetzen. Taxis und andere Autofahrer standen nach Behördenangaben auch mittags noch fast zwei Stunden im Stau. Viele Passagiere gingen die letzten Kilometer zum Flughafen zu Fuß.

Nächste Tarifrunde am Donnerstag

Verdi verhandelt für die rund 14.500 Beschäftigten der BVG und des Tochterunternehmens Berlin Transport. Die Gewerkschaft fordert eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 39 auf 36,5 Stunden und deutlich höhere Gehälter. Die Verkehrsbetriebe boten den Arbeitnehmern zuletzt ein Plus von 90 Millionen Euro pro Jahr – damit bekämen sie im Schnitt monatlich rund 450 Euro mehr Gehalt.

Laut Verdi sind in den 90 Millionen Euro allerdings auch die Sozialversicherungsbeiträge der Beschäftigten enthalten. Zudem fielen die Steigerungen zwischen unterschiedlichen Berufsgruppen zu ungleichmäßig aus, kritisierte die Gewerkschaft. Ob das Geld anders aufgeteilt werde, "kann man gerne am Donnerstag besprechen", teilte eine BVG-Sprecherin mit. Dann steht eine weitere Runde der Tarifgespräche an.

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