Corona-Krise : Habeck zweifelt an Merkel: Fehlt die Kraft für mutige Entscheidungen

Robert Habeck, Fraktionsvorsitzender der Grünen.
Robert Habeck, Fraktionsvorsitzender der Grünen.

In einem Interview mit dem "Tagesspiegel" hat der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck die Politik der Kanzlerin kritisiert.

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31. Mai 2020, 13:46 Uhr

Berlin | Grünen-Chef Robert Habeck wirft der Bundesregierung schwere Versäumnisse in der Corona-Politik vor und sieht die Autorität der Kanzlerin zerstört. "Auf fast tragische Weise haben einzelne Ministerpräsidenten ihre Autorität zerstört, weil sie vorgeprescht und ohne Abstimmung eigene Wege gegangen sind", sagte Habeck dem "Tagesspiegel" vom Sonntag. Es sei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) "zuletzt nicht mehr gelungen, den Sinn der Entbehrungen und Einschränkungen zu erklären".

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Versäumnisse bei der Virus-Bekämpfung

Die Bundesregierung habe ein Machtvakuum aufkommen lassen, viele Bundesländer hätten deshalb ihr Heil in eigenen Entscheidungen gesucht. "Dadurch wurde Vertrauen verspielt", kritisierte Habeck. Der Grünen-Chef warf der Regierung zudem vor, die Instrumente für eine zielgerichtete Bekämpfung des Virus zu lange nicht auf den Weg gebracht zu haben. "Auf die Corona-App, die für Ostern versprochen war, warten wir noch immer, noch immer ist nicht klar, wer wirklich für die Pandemiewirtschaft verantwortlich ist", sagte er der Zeitung.

Habeck zweifelt an Merkels Entscheidungsmut

Habeck äußerte Zweifel daran, dass die Kanzlerin noch die Kraft für mutige Entscheidungen in der Klimapolitik aufbringen könne. Die Europäische Kommission habe gerade eine sehr gute Biodiversitätsstrategie vorgestellt, die Klima- und Artenschutz in der Landwirtschaft voranbringen würde. "Die Kanzlerin müsste das zu einem zentralen Ziel der deutschen Ratspräsidentschaft machen", forderte der Grünen-Chef. "Wir werben dafür, aber ich bezweifle, dass sie den Mut hat, sich gegen die Widerstände in den eigenen Reihen durchzusetzen." Dabei seien die Deutschen viel weiter, als Angela Merkels Partei denke.

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