Erstmals mehr als 100.000 : Grüne feiern Mitgliederrekord – Habeck ist Umfragestand "völlig Wurst"

Mit den Stimmzuwächsen bei mehreren Landtagswahlen (Foto) ist auch die Mitgliederzahl der Grünen gestiegen.
Mit den Stimmzuwächsen bei mehreren Landtagswahlen (Foto) ist auch die Mitgliederzahl der Grünen gestiegen.

In den Umfragen geht es für die Grünen in der Corona-Krise nach unten – dennoch gewinnt die Partei neue Mitglieder.

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27. April 2020, 16:06 Uhr

Berlin | Die Grünen haben erstmals in ihrer Geschichte mehr als 100.000 Parteimitglieder. "Das ist ein absoluter Mitgliederrekord für uns", sagte Bundesgeschäftsführer Michael Kellner am Montag zu t-online.de. Habeck sagte, die Geschlossenheit innerhalb der Grünen – im Bundesvorstand, bei Grünen in Bund, Ländern und Kommunalparlamenten sei "so gut wie selten zuvor". Das und der "Wille, sich nicht mit sich selbst zu beschäftigen", sei seiner Meinung nach das Geheimnis des Erfolgs.

Mit der 100.000-Marke erreichten die Grünen "eine neue Stufe in der Entwicklung der Partei", sagte Kellner. Er freue sich, dass seine Partei auch in den vergangenen Wochen weiter gewachsen sei. "Die neuen Mitglieder geben uns eine wahnsinnige Energie und ordentlich Rückenwind - auch für die ja bald wieder anstehenden Wahlkämpfe. Das ist ein richtiger Turbo."

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Parteichef Habeck merkte mit Blick auf die Mitgliederzahl von über 100.000 aber auch an: "Eine Partei, die so groß ist, in der Krise digital zusammenzuhalten, ist eine sportliche Herausforderung."

Vor drei Jahren noch 35.000 Mitglieder weniger

Zum Vergleich: CDU und SPD haben mehr als 400 000 Mitglieder. Die weiteren im Bundestag vertretenen Parteien Linke, FDP und AfD liegen deutlich unter 100.000 Mitglieder. Ende 2018 hatten die Grünen noch 75.000 Mitglieder gehabt, 2017 waren es 65.000.

Kellner nannte die Entwicklung in den Meinungsumfragen, denen zufolge die Grünen in der Corona-Krise an Zustimmung verlieren, "vollkommen normal". Zwischenzeitlich hatten die Grünen in Umfragen stabil mehr als 20 Prozent erreicht und waren der Union sehr nahe gekommen. Nun liegen sie bei 15 bis 19 Prozent und ungefähr gleichauf mit der SPD, während die Union in der Corona-Krise stark zulegte.

Zu den jüngsten Meinungsumfragen sagte Kellner, sei natürlich schwieriger, als Opposition durchzudringen: "Das ist jetzt die Stunde der Exekutive, besonders die CDU steigt in aktuellen Umfragen." Weltweit profitierten Regierungen davon. "Ich würde mich über Umfrageverluste ärgern, wenn wir schwere Fehler gemacht hätten." Aber die Corona-Krise "konnten wir nun nicht vorhersehen".

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Habeck: Umfragen "völlig Wurst"

Inzwischen würden die Debatten wieder "weiter und größer", sagte Habeck. "Es wird wieder eine Phase geben, die das politische Spektrum weiter öffnet." Insofern seien ihm die Umfragen "völlig Wurst".

Laut Kellner gehe es jetzt vermehrt um die Frage: "Welchen Zustand wollen wir für nach der Krise eigentlich zurück?" Er sei "überzeugt davon, dass es ein wahnsinnig spannender Wahlkampf wird", fügte Kellner mit Blick auf die Bundestagswahl im kommenden Jahr hinzu. Diese sei "völlig offen". Sie werde erstmals ohne einen amtierenden Regierungschef als Kanzlerkandidat stattfinden.

Am kommenden Samstag halten die Grünen ihren ersten Parteitag im Internet ab. Es geht darum, wie die Folgen der Corona-Krise für Wirtschaft und Gesellschaft abgefedert werden können.

Weiterlesen: Sohn platzt oben ohne in Live-Interview – Habecks Reaktion im Video

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