Von der Leyen im Krisengebiet : Nach türkischer Grenzöffnung: Wie die EU Griechenland jetzt helfen will

Die EU-Führungskräfte Ursula von der Leyen und Charles Michel besuchten am Dienstag mit Griechenlands Premierminister Kyriakos Mitsotakis die griechisch-türkische Grenze.
Die EU-Führungskräfte Ursula von der Leyen und Charles Michel besuchten am Dienstag mit Griechenlands Premierminister Kyriakos Mitsotakis die griechisch-türkische Grenze.

Bei einem Besuch im griechisch-türkischen Grenzgebiet hat die EU-Kommissionschefin den Griechen Solidarität versichert.

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03. März 2020, 16:32 Uhr

Athen | Nach der Öffnung der Grenzen für Flüchtlinge durch die Türkei hat die EU Griechenland umfassende Unterstützung zugesagt. Europa werde alle Hilfe bereit stellen, "die gebraucht wird", sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei einem Besuch der griechisch-türkischen Grenze am Mittwoch.

Geplant sei die Entsendung eines Versorgerschiffs, sechs Patrouillenbooten sowie von zwei Hubschraubern, einem Flugzeug und drei mit Wärmebildkameras ausgestatteten Fahrzeugen. Außerdem sollten die derzeit 530 Frontex-Grenzschützer an der Land- und Wassergrenze durch weitere hundert Einsatzkräfte verstärkt werden. Zudem würden 700 Millionen Euro Finanzhilfe bereit gestellt.

Diejenigen, die versuchen, Europas Einheit auf die Probe zu stellen, werden enttäuscht werden. Ursula von der Leyen, Präsidentin der EU-Kommission

"Diejenigen, die versuchen, Europas Einheit auf die Probe zu stellen, werden enttäuscht werden", sagte von der Leyen bei dem Besuch gemeinsam mit EU-Ratspräsident Charles Michel und Parlamentspräsident David Sassoli. "Wir werden standhalten, und unsere Einigkeit wird sich durchsetzen."

Kyriakos Mitsotakis (Mitte), Premierminister von Griechenland, Charles Michel (links), Präsident des Europäischen Rates, und Ursula von der Leyen (CDU), Präsidentin der Europäischen Kommission, fliegen in einem Hubschrauber über die griechisch-türkische Grenze. Vorne von hinten ist EU-Parlamentspräsident Sassoli zu sehen. Foto: dpa/Dimitris Papamitsos/Greek Prime Minister's Office/AP
Kyriakos Mitsotakis (Mitte), Premierminister von Griechenland, Charles Michel (links), Präsident des Europäischen Rates, und Ursula von der Leyen (CDU), Präsidentin der Europäischen Kommission, fliegen in einem Hubschrauber über die griechisch-türkische Grenze. Vorne von hinten ist EU-Parlamentspräsident Sassoli zu sehen. Foto: dpa/Dimitris Papamitsos/Greek Prime Minister's Office/AP

Wegen der Eskalation des militärischen Konflikts in Nordsyrien hält die Türkei seit dem Wochenende Flüchtlinge nicht mehr davon ab, von ihrem Territorium aus in die EU zu gelangen. Griechische Sicherheitskräfte hinderten seitdem tausende Migranten daran, über die Grenze zu kommen. Zuvor hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erklärt, dass für Migranten die Tore zur EU geöffnet seien. Daraufhin hatte es einen Ansturm von Menschen auf die griechisch-türkische Grenze gegeben. Die Regierung in Athen hat wegen der Entwicklung einen Hilfseinsatz von Frontex beantragt.

Weiterlesen: Erdogan droht EU mit "Millionen" Flüchtlingen – Merkel: "inakzeptabel"

Da wo der Fluss Evros die Türkei von Griechenland trennt, warten Migranten auf ein Boot. Foto: AFP/Ozan KOSE
Da wo der Fluss Evros die Türkei von Griechenland trennt, warten Migranten auf ein Boot. Foto: AFP/Ozan KOSE

Unterstützung von Frontex bei Sicherung der Grenze beantragt

Bereits am Montag hatte die europäische Grenzschutzagentur auf Bitten Griechenlands eine rasche Intervention auf den Weg gebracht, deren Schwerpunkt auf dem Küstenschutz in der Ägäis liegen soll. Später bat Athen noch um weitere Hilfe bei der Sicherung der Landgrenze.

In einem Statement der Grenzschutzagentur hieß es, Frontex "unterstütze Griechenland in vollem Umfang bei der Bewältigung der derzeitigen Situation an seiner Außengrenze zur Türkei" und sei bereit, "seine Hilfe für Griechenland auf andere operative Gebiete und andere Formen der Unterstützung innerhalb des Frontex-Mandats auszuweiten." Die Sondersitzung der Frontex-Führung soll am Mittwoch fortgesetzt werden.

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