Fliegen ab 2020 teurer : Frankreich führt Umweltsteuer auf Flugtickets ein

Am Pariser Charles-de-Gaulle-Flughafen starten und landen täglich hunderte Flugzeuge. Ab 2020 kosten Flugreisen ab Frankreich mindestens 1,50 Euro mehr.
Am Pariser Charles-de-Gaulle-Flughafen starten und landen täglich hunderte Flugzeuge. Ab 2020 kosten Flugreisen ab Frankreich mindestens 1,50 Euro mehr.

Die Abgabe soll zwischen 1,50 Euro und 18 Euro pro Ticket betragen. Die Einnahmen sollen der Bahn zugute kommen.

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09. Juli 2019, 16:43 Uhr

Paris | Frankreich will ab Anfang 2020 eine Umweltsteuer auf Flugtickets erheben. Die Ökosteuer werde je nach Art des Tickets zwischen 1,50 und 18 Euro betragen, erklärte die französische Verkehrsministerin Élisabeth Borne am Dienstag. Demnach werde die Steuer für alle Flüge gelten, die in Frankreich starten. Ausnahmen gebe es für Anschlussflüge und Flugreisen auf die französische Mittelmeerinsel Korsika und in die französischen Überseegebiete.

Verkehrsministerin Borne bezeichnete die Abgabe als "dringlich", da immer mehr Bürger die Besteuerung des Flugverkehrs in Frage stellten.

Einnahmen soll Schienensystem zugute kommen

Für alle anderen Inlands- und innereuropäischen Flüge fallen laut der Ministerin für Tickets in der Economy-Class 1,50 Euro an. Die Umweltsteuer für ein Business-Class-Ticket soll neun Euro betragen. Flugtickets zu Zielen außerhalb Europas sollen mit drei Euro in der Economy-Class und 18 Euro in der Business-Class besteuert werden, wie Borne erklärte.

Der französische Umweltminister Francois de Rugy und Verkehrsministerin Elisabeth Borne haben eine Ökosteuer auf Flüge ab Frankreich angestoßen. Foto: AFP/ LUDOVIC MARIN
Der französische Umweltminister Francois de Rugy und Verkehrsministerin Elisabeth Borne haben eine Ökosteuer auf Flüge ab Frankreich angestoßen. Foto: AFP/ LUDOVIC MARIN

Die Maßnahme wurde von einem Umweltrat unter Vorsitz von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron beschlossen. Sie soll im Haushaltsgesetz für 2020 verankert werden. Der Staat wolle damit jährlich bis zu 182 Millionen Euro einnehmen. Damit will die Regierung Investitionen in die Infrastruktur umweltfreundlicher Verkehrsmittel finanzieren – vor allem der Bahn.

Der Druck auf Aktien von Fluggesellschaften nahm mit der Nachricht zu. Aktien der Lufthansa fielen um 2,7 Prozent auf 14,81 Euro. Auch die Aktien anderer Fluggesellschaften wie Air France-KLM, IAG, Ryanair und Easyjet gaben am Dienstagmittag nach.

Scheuer soll Vorschlag einbringen

In Deutschland hatte sich Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) zuletzt offen für eine EU-weite Ökosteuer auf Flugtickets gezeigt. "Es ist doch nicht mehr einzusehen, dass ein Zugticket teurer ist als ein Flugticket für die gleiche Strecke", hatte sie im März bei einem Treffen der EU-Umweltminister in Brüssel gesagt. Sie äußerte sich zuversichtlich, dass Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) in diesem Bereich "was vorlegen wird."

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Belgien hat eine solche europaweite Abgabe vorgeschlagen, auch die Niederlande unterstützen den Plan. Hintergrund ist der Kampf gegen die Klimaerwärmung.

Das deutsche Umweltbundesamt fordert bereits seit Jahren von der Politik, die indirekten Subventionen für den Flugverkehr zu streichen. Auch die Deutsche Bahn kritisiert, dass es keine Kerosinsteuer gibt. Internationale Flüge sind zudem von der Mehrwertsteuer befreit.

Auch in der Schweiz wurde zuletzt eine Steuer auf Flugtickets diskutiert. Das Parlament lehnte die Einführung einer solchen Abgabe aber Ende 2018 ab.

Weiterlesen: Wird Bahnfahren bald billiger? Scheuer will Steuern auf Tickets senken

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