Verstorbener US-Bürger : Fall Warmbier: Trump verteidigt Kim und löst Empörung aus

Der US-Student Otto Warmbier wird in einem Gericht von zwei nordkoreanischen Polizisten eskortiert.
Der US-Student Otto Warmbier wird in einem Gericht von zwei nordkoreanischen Polizisten eskortiert.

Donald Trump hat Kim Jong Un im Fall des verstorbenen US-Bürgers Otto Warmbier öffentlich verteidigt.

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01. März 2019, 07:14 Uhr

Washington/Hanoi | US-Präsident Donald Trump hat mit seiner Verteidigung des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un im Fall des verstorbenen US-Studenten Otto Warmbier Empörung ausgelöst. Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im Abgeordnetenhaus, der Demokrat Adam Schiff, nannte die Äußerungen des republikanischen Präsidenten am Donnerstagabend (Ortszeit) "abscheulich". Trump hatte nach seinem Gipfel mit Kim in Hanoi gesagt, er gehe davon aus, dass der nordkoreanische Machthaber nichts von der Inhaftierung Warmbiers in dem Land gewusst habe.

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"Was geschehen ist, ist furchtbar"

Warmbier war nach knapp eineinhalb Jahren Haft in Nordkorea schwer gezeichnet in die USA zurückgekehrt und bald darauf gestorben. "Er sagt mir, dass er nichts davon wusste, und ich werde ihn beim Wort nehmen", sagte Trump über Kim. "Was geschehen ist, ist furchtbar. Ich glaube wirklich, dass ihm (Warmbier) etwas Furchtbares geschehen ist, und ich glaube wirklich nicht, dass die oberste Führung davon etwas wusste." Trump deutete an, dass Kim nicht über alle Gefangenen in seinem Land Bescheid wissen könne. "Großes Land, viele Leute. Und in diesen Gefängnissen und diesen Lagern hat man viele Leute."

Schiff kritisierte auf Twitter, dass Trump das Dementi Kims akzeptiert habe - wie es der US-Präsident in der Vergangenheit auch bei anderen Diktatoren gemacht habe. Der demokratische US-Senator Mark Warner schrieb auf Twitter: "Die Diktatoren der Welt haben die Botschaft bekommen: Du kannst mit allem davonkommen, solange du danach Donald Trump belügst." Warners Partei- und Senatskollege Tim Kaine äußerte sich ähnlich.

US-Gericht verurteilte Regierung in Pjöngjang

Warmbier war wegen des angeblichen Diebstahls eines Propagandaposters in einem Hotel in Nordkorea 17 Monate lang inhaftiert worden. Im Januar vergangenen Jahres hatte Trump noch "die Diktatur" in Nordkorea für die Inhaftierung verantwortlich gemacht.

Ein US-Bundesgericht hatte im vergangenen Dezember entschieden, dass Nordkorea für die Folter und den Tod Warmbiers verantwortlich gewesen sei. Das Gericht verurteilte die Regierung in Pjöngjang zur Zahlung von mehr als 500 Millionen Dollar an Warmbiers Familie. Vollstreckt werden kann das Urteil allerdings nicht. Der zweitägige Gipfel Trumps mit Kim in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi war am Donnerstag vorzeitig und ohne Ergebnis beendet worden.

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