Interview bei CNN : Merkel will bis 2021 Bundeskanzlerin bleiben

Alarmstufe rot bei der CDU: Nach der EU-Wahl äußert sich nun zum ersten Mal Kanzlerin Merkel.
Alarmstufe rot bei der CDU: Nach der EU-Wahl äußert sich nun zum ersten Mal Kanzlerin Merkel.

Nach der Europawahl 2019 war es lange ruhig um Bundeskanzlerin Angela Merkel – bis jetzt.

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28. Mai 2019, 20:39 Uhr

Berlin | Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat betont, dass sie weiterhin bis zur nächsten Bundestagswahl im Jahr 2021 im Amt bleiben will. "Ich bin bereit, bis zum Ende dieser Legislaturperiode – das habe ich auch den Menschen versprochen – dann als Bundeskanzlerin zu arbeiten", sagte Merkel der CNN-Korrespondentin Christiane Amanpour in einem am Dienstag ausgestrahlten Interview. Amanpour hatte Merkel gefragt, ob sie müde sei und sich wie ein "Wrack" fühle.

Die Kanzlerin sagte: "Und ich hätte mich sicherlich nicht zu diesem Interview bereit erklärt, wenn ich nicht Lust hätte, noch ein bisschen etwas politisch zu sagen. Und diese Freude muss man jeden Tag haben. Man muss, ich muss weiter neugierig auf Menschen sein können. Das bin ich. Immer wieder begegnet man neuen, faszinierenden Menschen. Und das ist für mich der wichtigste Kraftquell für Politik."

Seit Monaten wird darüber spekuliert, ob Merkel vor Ende der Legislaturperiode 2021 auch als Kanzlerin abgelöst werden könnte. Den CDU-Vorsitz hatte sie im Dezember 2018 an Annegret Kramp-Karrenbauer abgegeben. Nach dem Debakel für die CDU bei der Europawahl am Sonntag war innerparteilich erneut Kritik an Merkel laut geworden, die sich weitgehend aus dem Wahlkampf herausgehalten hatte.

Zwei Tage nach der Europawahl 2019 meldete sich die Kanzlerin im CNN-Interview dann erstmals zu Wort.

Das sagte Kanzlerin Merkel im CNN-Interview

Merkel kommentierte in dem Interview mit CNN auch das gute Abschneiden der Grünen bei der Europawahl. Ihrer Ansicht nach lag das an den Themen, die die Menschen im Augenblick sehr bewegen. Das sei zum Beispiel der Klimawandel, sagte die CDU-Politikerin. Für ihre Partei sei das "natürlich dann auch Aufforderung, noch bessere Antworten auf diese Fragen zu finden und vor allen Dingen zu sagen, dass wir uns den Zielen, die wir uns selbst gesetzt haben, auch verpflichtet fühlen".

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Freude über hohe Wahlbeteiligung

Reporterin Amanpour nennt die Kanzlerin in dem Interview das "Gesicht des guten Deutschlands" und fragt sie nach dem Anstieg des Rechtspopulismus. Merkel antwortet, Deutschland müsse angesichts seiner Geschichte noch wachsamer sein als andere. (Weiterlesen: Europawahl 2019 im Liveblog: Wer führt künftig die EU?)

Erfreut zeigte sich Merkel über die gestiegene Wahlbeteiligung bei der Europawahl. Gleichzeitig bekräftigte sie, dass die Tatsache, dass ihre Partei stärkste Kraft geworden sei, eine Rolle bei der Besetzung der Positionen in der EU spielen werde.

Die Europäische Volkspartei, zu der die CDU gehört, war mit Spitzenkandidat Manfred Weber in den Wahlkampf gegangen. Er rechnet sich Chancen aus, neuer Präsident der Europäischen Kommission zu werden.

Merkel lässt Kritik kalt

Viele EU-Wahlbeobachter fragten sich, warum die Kanzlerin sich nach der Wahlschlappe ihrer Partei nicht zu Wort gemeldet hat. Merkel ließ jedoch keine Kritik aufkommen und verwies bei solchen Nachfragen stets auf ihre Nachfolgerin Annegret Kramp-Karrenbauer. Merkel wolle ihr nicht ins Handwerk pfuschen. Zwei Tage nach der Wahl steht zur Debatte, ob das der richtige Schachzug war. Die CDU hat an Wählergunst verloren und AKK sorgt mit merkwürdigen Einschätzungen zu "Regulierung von Meinungsäußerungen" für Aufsehen. Dazu hat sich Merkel noch nicht geäußert.

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