Wortgefecht mit Jean Asselborn : Eklat auf Ministertreffen: Salvini vergleicht Einwanderer mit Sklaven

Der italienische Innenminister Matteo salvini. Foto: Luca Bruno/AP/dpa
Der italienische Innenminister Matteo salvini. Foto: Luca Bruno/AP/dpa

Der italienische Innenminister ist mit dem Migrationsminister aus Luxemburg aneinandergeraten. Das "Sch..."-Wort fiel.

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15. September 2018, 08:12 Uhr

Wien | Der italienische Innenminister Matteo Salvini ist auf einem EU-Ministertreffen in Wien mit dem luxemburgischen Migrationsminister Jean Asselborn aneinander geraten. Die Auseinandersetzung verlief so scharf, dass der empörte Luxemburger zu drastischer Wortwahl griff und auf französisch "Merde alors" – zu deutsch: "Sch... nochmal" fluchte.

Was war passiert? Nach einer Rede des Luxemburgers erhielt der Italiener das Wort, um seinen Vorredner prompt zu provozieren. "Ich habe jemanden sagen hören, wir brauchen Einwanderung, weil die Bevölkerung altert. Ich sehe die Dinge ganz anders", sagte der Chef der rechten Lega. Europäer, die keine Kinder bekämen, könnten nicht einfach durch die besten der afrikanischen Jugend ersetzt werden, meinte der Italiener. Asselborn sei der Meinung, Migration sei für Europa aus demografischen Gründen nötig. Stattdessen würden seine Regierung und er, so die Meinung Salvinis, junge Italiener dabei unterstützen, wieder mehr Kinder zu bekommen.

Jean Asselborn ist luxemburgischer Migrationsminister. Foto: picture alliance/Bernd von Jutrczenka/dpa
picture alliance/Bernd von Jutrczenka/dpa
Jean Asselborn ist luxemburgischer Migrationsminister. Foto: picture alliance/Bernd von Jutrczenka/dpa

"Wenn ihr in Luxemburg neue Migration braucht ... Ich arbeite lieber dafür, dass die italienischen und europäischen Jugendlichen mehr Kinder in die Welt setzen, weil ich keine neuen Sklaven will", sagte Salvini und verglich damit afrikanische Einwanderer direkt mit Sklaven.

Asselborn reagierte empört auf die Worte Salvinis, unterbrach diesen in seiner Rede. "Das geht zu weit", schimpfte der Luxemburger, "in meinem Land hat es zehntausende italienische Einwanderer gegeben, die in Luxemburg gearbeitet haben, damit sie genug Geld für ihre Kinder in Italien zusammenbekamen."

Salvini ließ das offenbar unbeeindruckt. Er setzte seinen Monolog fort, während Asselborn mit hochrotem Kopf auf sein Handy eintippte. Später fehlte der Luxemburger beim obligatorischen Gruppenfoto. Und Salvini? Der postete später auf seiner Facebookseite ein Video, das die Diskussion zeigt.


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