Verlängerung bundesweit bis 19. April : "Eine Pandemie kennt keine Feiertage" – Kontaktsperre gilt über Ostern hinaus

So geht Sicherheitsabstand: Diese Freundinnen machen es vor.
So geht Sicherheitsabstand: Diese Freundinnen machen es vor.

Merkel und die Regierungschefs der Länder sehen noch keine Möglichkeit, die Maßnahmen gegen das Coronavirus zu lockern.

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01. April 2020, 17:26 Uhr

Berlin | Bürgerinnen und Bürger sollen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus die bereits geltenden weitgehenden Kontaktsperren auch über Ostern einhalten. Wie Bund und Länder am Mittwoch in Berlin beschlossen, sollen die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes gemäß den geltenden Regeln auf ein absolutes Minimum reduziert werden.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte nach einer Schaltkonferenz mit den Ministerpräsidenten der Länder, die Menschen in Deutschland sollten generell auf private Reisen und Besuche – auch von Verwandten – verzichten. "Eine Pandemie kennt keine Feiertage", so Merkel. Und: "Bleiben Sie weiter stark und halten Sie die Regeln ein." Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher ergänzte, eine Pandemie kenne auch keine Ländergrenzen. Die Eindämmung des Virus solle nicht gefährdet werden durch eine zu frühe Lockerung der Beschränkungen.

Merkel: Länder gehen weitgehend bundeseinheitlich vor

Bund und Länder hatten vor eineinhalb Wochen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus ein umfassendes Kontaktverbot beschlossen. Danach sind unter anderem Ansammlungen von mehr als zwei Personen grundsätzlich zu unterlassen. Ausgenommen wurden Familien sowie in einem Haushalt lebende Personen. Wer sich nicht an die Regeln hält, dem drohen Strafen.

Merkel sagte jetzt, die Länder gingen mit ihren Maßnahmen weitgehend bundeseinheitlich vor. Die Kontaktbeschränkungen würden recht gut eingehalten. Am Dienstag nach Ostern würden Bund und Länder die Lage unter anderem auf Basis der Daten des Robert Koch-Instituts neu bewerten.

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In einem Beschluss heißt es: "Die Dynamik der Verbreitung des Coronavirus (SARS-CoV-2) in Deutschland ist noch immer zu hoch. Wir müssen daher weiterhin alles dafür tun, die Geschwindigkeit des Infektionsgeschehens zu vermindern und unser Gesundheitssystem leistungsfähig zu halten. Eine entscheidende Rolle kommt dabei weiterhin der Reduzierung von Kontakten zu."

Die entsprechenden Regelungen sollen zunächst bis zum 19. April gelten. In fast allen Bundesländern enden an diesem Tag die Osterferien der Schüler. Ob es danach Lockerungen geben könne, sei vollkommen offen, wurde aus Teilnehmerkreisen betont.

Keine Maskenpflicht

Es habe zudem große Einigkeit bestanden, dass es keine Pflicht zum Tragen von Schutzmasken geben solle. Es sei deutlich gemacht worden, dass man sich an die bestehenden Auflagen halten müsse, selbst wenn man solche Masken trage.

Die Kanzlerin leitete die Telefonkonferenz – wie am Vormittag die Kabinettssitzung – erneut von ihrer Berliner Wohnung aus. Sie hatte sich am 22. März in häusliche Quarantäne begeben, nachdem bei einem Mediziner, der sie vorbeugend geimpft hatte, das Coronavirus festgestellt worden war. Auch beim dritten Test der Kanzlerin war am Montag keine Infektion festgestellt worden.

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