Kommentar : Doppelspitze, Urwahl: Die SPD lernt bei den Grünen

Wer wird hier einmal stehen? Die SPD sucht - mal wieder - eine allseits akzeptierte Führungsperson. Foto: AFP/Tobias Schwarz
Wer wird hier einmal stehen? Die SPD sucht - mal wieder - eine allseits akzeptierte Führungsperson. Foto: AFP/Tobias Schwarz

Wenn die SPD zu retten ist, dann so: Die Partei hat sich auf ein kluges Vorgehen für die nächsten Monate geeinigt. Ein Kommentar.

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03. Juni 2019, 18:05 Uhr

Schwerin | Ungeschickt ist das nicht. Indem niemand aus dem neuen Führungstrio der SPD später für den Vorsitz kandidiert, übernehmen die drei schon vorab die Verantwortung für die Niederlagen bei den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg im Herbst. Eine neue Parteispitze sollte mit dieser Last nicht starten.

Überhaupt setzen die Sozialdemokraten nach der verkorksten Episode mit Andrea Nahles auf Sicherheit. Daher könnte eine Doppelspitze folgen, was bei den Grünen schließlich gut funktioniert und ein Mittel sein kann, die Spaltung der Partei zu überwinden.

Natürlich kann das auch nach hinten losgehen; zwei Vorsitzende könnten als Vertreter ihres jeweiligen Flügels den Kampf erst noch anheizen. Aber was hat die SPD zu verlieren? Einen Versuch ist es wert, zumal in Verbindung mit einer Urwahl. Sie könnte den Kandidaten den Rückhalt verschaffen, dem Macht- und Mitspracheanspruch von Juso-Chef Kevin Kühnert entgegenzutreten – sofern er denn nicht selbst antritt.

Und Nahles? Ist Vergangenheit. Plötzlich erfährt sie viel Lob, plötzlich hört man viel Bedauern über die politische Kultur, in der jeder Fehler in einer gefühlten Endlosschleife die Runde macht. Wie verlogen.

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