Unterricht mit Hilfe digitaler Technik : Jede deutsche Schule soll 25.000 Euro für Laptops und Tablets erhalten

Unterricht mit Hilfe digitaler Technik, W-Lan, Lernplattformen soll Schulen durch einen Zuschuss von 25.000 Euro durch den Bund und die Länder erleichtert werden.
Unterricht mit Hilfe digitaler Technik, W-Lan, Lernplattformen soll Schulen durch einen Zuschuss von 25.000 Euro durch den Bund und die Länder erleichtert werden.

Schrittweise sollen deutsche Schulen digitalisiert werden. Bald soll das Milliardenprojekt eine wichtige Hürde nehmen.

svz.de von
22. November 2018, 19:26 Uhr

Berlin | Die Schulen in Deutschland sollen jeweils bis zu 25.000 Euro für Laptops, Notebooks und Tablets erhalten können. Das geht aus dem Entwurf für eine Verwaltungsvereinbarung von Bund und Ländern zur geplanten Digitalisierung der Schulen hervor, der der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Das "Handelsblatt" berichtete zuerst darüber. Die Geräte sollen an die jeweiligen Schulen gebunden sein.

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Der Pakt soll am 6. Dezember unterschrieben werden. Allerdings müssen Bundestag und Bundesrat bis dahin eigentlich erst den Weg freimachen, damit der Bund den Ländern für die Schuldigitalisierung wie geplant fünf Milliarden Euro zahlen kann. Unter anderem dafür soll nämlich eigens das Grundgesetz geändert werden, denn der Bund ist für Bildung nicht zuständig.

Länder mit zehn Prozent dabei?

Doch noch verhandelt die Koalition im Bund mit FDP und Grünen über einen entsprechenden Gesetzentwurf von Finanzminister Olaf Scholz (SPD). Denn für die Grundgesetzänderung ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament sowie im Bundesrat nötig. Wie es in Verhandlungskreisen hieß, soll die Bund-Länder-Vereinbarung vor diesem Hintergrund wohl zunächst vorläufig unterzeichnet werden. Für den Beschluss der Grundgesetzänderung im Bundesrat kommt eine Sitzung am 14. Dezember infrage.

Die Länder wollen sich dem Entwurf der Vereinbarung mit dem Bund zufolge verpflichten, einen Eigenanteil in Höhe von mindestens zehn Prozent zur Finanzierung der Investitionen beizutragen.

Laut der Vereinbarung soll an den Schulen zudem Folgendes gefördert werden können: die Dateninfrastruktur zur Vernetzung in Schulgebäuden und auf Schulgeländen, schulisches W-Lan, die Entwicklung von Lernplattformen, pädagogische Kommunikationsplattformen, Schulserver, interaktive Tafeln und anderes.

"Alle warten darauf, dass es weitergeht"

Im Bundestag forderte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) FDP und Grüne am Donnerstag auf, der Grundgesetzänderung zuzustimmen. "Wenn Sie von den Grünen und der FDP uns stets vorwerfen, dass die Digitalisierung zu lange dauert, haben Sie jetzt die Chance", sagte sie. "Lehrer, Eltern, Kinder – alle warten darauf, dass es weitergeht." FDP und Grüne hatten in den vergangenen Tagen deutlich gemacht, dass sie darauf pochen, dass der Bund nicht ausschließlich in Technik investieren darf, sondern auch "in Köpfe" - also in eine bessere Personalsituation an den Schulen.

Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke), sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Die Verhandlungen sind weit fortgeschritten." Nun sei es Zeit für den letzten Schritt, damit das Geld im nächsten Jahr fließen könne. "Digitalisierung ist keine Zukunftsmusik, sie passiert jetzt. Wir müssen unsere Schulen endlich auf die Höhe der Zeit bringen."

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