Kommentar : Die Grundrente gibt es nicht bedingungslos

Die Große Koalition ist bei der Grundrente zu einer Einigung gekommen.
Die Große Koalition ist bei der Grundrente zu einer Einigung gekommen.

Die Einigung ist ein vernünftiger, solidarischer und halbwegs unbürokratischer Weg hin zur Grundrente.

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10. November 2019, 19:09 Uhr

Flensburg | Es kann keinen vernünftigen menschlichen Zweifel geben, dass es für hoch entwickelte Länder beschämend ist, wenn alte Menschen Pfandflaschen sammeln, um über die Runden zu kommen. Es kann auch nicht sein, dass Menschen sich im Ruhestand die Stadt nicht mehr leisten können, in der sie zuvor für andere Menschen gearbeitet haben. Mit der Einigung zur Grundrente ist klar, dass sich Arbeit lohnt, weil die Rente in jedem Fall einen gewissen Sozialstandard garantiert, ohne dass das Sozialamt angebettelt werden muss.

Weiterlesen: Große Koalition einigt sich im Streit um die Grundrente

Ohne Prüfung läuft es nicht

Ohne Prüfung allerdings läuft es nicht, und das ist ein wichtiger Punkt gegenüber der Maximalforderung einer bedingungslosen Grundrente. Wer als Rentner über sonstige Einkommen verfügt, bekommt die Aufstockung im Zweifelsfall nicht. Das ist richtig, denn finanziert wird die soziale Wohltat letztlich wiederum von der Solidargemeinschaft, der arbeitenden Bevölkerung. Die Senkung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung sind ein Indiz dafür, dass die Koalitionäre ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie an die Belastungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber denken.

Kurzum: Die Grundrente erreicht Menschen, die das Geld aus guten Gründen bekommen sollten. Das ist vernünftig und vertretbar.

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