Kommentar : Die CDU sucht einen Kanzlerkandidaten: Geheimtipp Daniel Günther

Tritt Annegret Kramp-Karrenbauer an, um für die Unionsparteien die Kanzlerschaft zu übernehmen? Vielleicht gibt es eine Überraschung. Daniel Günther erfüllt zumindest viele Kriterien. Foto: Foto: Carsten Rehder/dpa
Tritt Annegret Kramp-Karrenbauer an, um für die Unionsparteien die Kanzlerschaft zu übernehmen? Vielleicht gibt es eine Überraschung. Daniel Günther erfüllt zumindest viele Kriterien. Foto: Foto: Carsten Rehder/dpa

Wer wird Kanzlerkandidat von CDU und CSU? Annegret Kramp-Karrenbauer jedenfalls nicht automatisch. Die Idee der Urwahl hat ihren Charme. Und vielleicht kommt es zu einer Überraschung – ein Kommentar.

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11. Juni 2019, 17:44 Uhr

Schwerin | Die einen wollen die Urwahl, andere sehen die Vorsitzende bereits am Ruder. Aber so schnell wird es nicht gehen, bis die Union einen Kanzlerkandidaten benannt hat. Und keineswegs läuft es dabei auf die Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer hinaus.

Ein idealer CDU-Kanzlerkandidat ist hinreichend werteorientiert, dass er den konservativen Flügel nicht provoziert. Zugleich sollte er mal eine Wahl gewonnen haben und Schwarz-Grün können. Schaden würde es auch nicht, er stünde für einen Generationswechsel und wirkt persönlich gewinnend.

Erfüllt Annegret Kramp-Karrenbauer das? Ihre pointierten ethischen Prinzipien bilden nach links eine Sollbruchstelle. Jugendliche Agilität strahlt sie nicht aus. Mit Schwarz-Grün wird sie nicht verbunden. Ihre Wortbeiträge sind häufig ungelenk. Genug Einwände, um ein Fragezeichen hinter ihre Kandidatur zu setzen.

Drei andere

Sicherlich hat „AKK“ auch ihre Stärken. Schon auf den ersten Blick aber fallen einem drei Vertreter ein, die die Kriterien womöglich besser erfüllen. Armin Laschet kommt aus dem einflussreichen Verband Nordrhein-Westfalen, ebenso wie Jens Spahn. Letzterer zeigte durch provokante Vorstöße in der ersten Phase als Minister, dass er Radau machen kann, und seither, wie man viel bewegt.

Ein Geheimtipp wäre Daniel Günther. Zwar konnte der Regierungschef aus Kiel die Nord-CDU bei der Europawahl nicht vom Bundestrend abkoppeln. Trotzdem passt sein Profil, Person und Stil können darüber hinaus überzeugen.

Der Wettstreit zwischen Friedrich Merz, Spahn und „AKK“ um den Vorsitz sollte der Partei Mut machen, auch bei der Kanzlerkandidatur nicht auf ein tradiertes Vorrecht zu setzen. Der Vorschlag für eine Urwahl hat seinen Charme.

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