Kommentar : Die Bundeswehr im Ausland: Schwimmen in der Wüste

Die Bundeswehr engagiert sich unter anderem im Niger und in Mali - die Ministerin war auch schon da. Die unfreiwillige Komik, ausgerechnet Kampfschwimmer in die Wüstenstaaten zu entsenden, fiel den Verantwortlichen womöglich nicht auf. Oder war das der Grund, dass um kein Mandat des Bundestages ersucht wurde? Foto: Michael Kappeler/dpa
Die Bundeswehr engagiert sich unter anderem im Niger und in Mali - die Ministerin war auch schon da. Die unfreiwillige Komik, ausgerechnet Kampfschwimmer in die Wüstenstaaten zu entsenden, fiel den Verantwortlichen womöglich nicht auf. Oder war das der Grund, dass um kein Mandat des Bundestages ersucht wurde? Foto: Michael Kappeler/dpa

Kampfschwimmer ausgerechnet in der Sahara? Das Beispiel zeigt, es mangelt der Bundeswehr nicht am Geld. Ihre Defizite sind andere. Ein Kommentar.

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08. Mai 2019, 16:28 Uhr

Schwerin | Kampfschwimmer ausgerechnet in der Sahara? Die Bundeswehr hält das für sinnvoll und hat ein Kontingent dieser Spezialtruppe in den Niger entsandt, um Soldaten zu schulen. Im Baltikum hält man Hunderte Soldaten in Sichtweite der russischen Grenze für sinnvoll, in der Lüneburger Heide sollen Panzerstrecken reaktiviert werden.

Es sind nur einige Beispiele der Aufgaben, die die Bundeswehr und ihre politische Führung in den vergangenen Jahren zu übernehmen für nötig hielten. Nicht immer ist der tiefere Sinn klar, siehe Panzerfahren. Als stünde der Russe wieder an der Elbe. Nicht immer hat der Bundestag verfassungsgemäß ein Mandat erteilt, siehe Niger. Gleichzeitig fordert die Bundeswehr fortlaufend besseres Material ein, mehr Geld, mehr Personal, mehr Prestige. Ebenfalls gleichzeitig leistet sie sich ein mentales und kommunikatives Versagen wie beim Moorbrand im Emsland oder ein organisatorisches und finanzielles wie bei der Sanierung der Gorch Fock und bei Beschaffungsprojekten, die regelmäßig aus dem Ruder laufen.

Wieder bestätigt sich: Die Bundeswehr hat definitiv kein Geldproblem. Das Budget rangiert nur kurz hinter Russland, wo die Ausgaben entgegen der politischen Rhetorik seit zwei Jahren sinken und nicht steigen. Nein, es geht nicht um einen Mangel an Geld. Es geht um einen Mangel an Friedliebigkeit und Vernunft.

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