Kredite im Milliardenvolumen? : Deutsche Bank händigt Finanzunterlagen Trumps an Behörden aus

Lange Zeit war die Deutsche Bank nach Informationen der 'New York Times' das einzige Geldinstitut, mit dem Trump noch in signifikanten Geschäftsbeziehungen stand.
Lange Zeit war die Deutsche Bank nach Informationen der "New York Times" das einzige Geldinstitut, mit dem Trump noch in signifikanten Geschäftsbeziehungen stand.

Es geht unter anderem um den Verdacht zweifelhafter Geschäfte in Russland.

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24. April 2019, 23:28 Uhr

Washington | Die Deutsche Bank hat einem Bericht des US-Senders CNN zufolge Finanzunterlagen von US-Präsident Donald Trump an die Strafverfolgungsbehörden in New York übergeben. Die Deutsche Bank machte auf Anfrage keine Angaben zu der Sache.

Die Bank hatte aber bereits zuvor im Grundsatz erklärt: "Wir bekennen uns zur Kooperation mit autorisierten Ermittlungen." Auch die Staatsanwaltschaft in New York kommentierte den Sachverhalt auf Anfrage nicht.

Die Generalstaatsanwältin von New York, Letitia James, hatte im März von der Deutschen Bank Unterlagen über frühere Darlehen an den Trump-Konzern angefordert. Auch mehrere Ausschüsse des US-Abgeordnetenhauses verlangen Unterlagen von der Deutschen Bank, die Trump Kredite im Milliardenvolumen gegeben haben soll. Es geht unter anderem um den Verdacht zweifelhafter Geschäfte in Russland.

Untersuchung nach Cohen-Anhörung

Die Untersuchung wurde unter anderem aufgrund der Anhörung von Trumps ehemaligem Anwalt Michael Cohen eröffnet. Dieser hatte gegenüber dem Kongress von den Geschäften zwischen dem Bankinstitut und dem US-Präsidenten berichtet.

Dabei stehen laut CNN das neue Trump-Hotel in Washington, zwei weitere Hotels in Miami und Chicago und der Übernahmeversuch des American-Football-Teams Buffalo Bills im Zentrum.

Weiterlesen: Michael Cohens große Abrechnung mit Trump: "Ich bereue all die Hilfe"

Lange Zeit war die Deutsche Bank nach Informationen der "New York Times" das einzige Geldinstitut, mit dem Trump noch in signifikanten Geschäftsbeziehungen stand. Nach den Pleiten, die der Immobilienmogul in den neunziger Jahren mit seinen Casinos und Hotels in Atlantic City erlitten hatte, machten die meisten großen Banken einen großen Bogen um ihm. Die Deutsche Bank war damals hingegen bereit, Trump aus der Patsche zu helfen. Zeitweise stand Trump laut US-Medienberichten bei der Deutschen Bank mit 340 Millionen Dollar (nach heutigem Wert: rund 305 Millionen Euro) in der Kreide.

Demokraten wittern Verbindungen zu Russland

Die Demokratin Maxine Waters, die seit Jahresbeginn dem Ausschuss für den Finanzsektor vorsitzt, äußerte bereits im Mai 2017 in einem Schreiben an die Deutsche Bank den Verdacht, dass Darlehen des Instituts für Trump und seine Familie durch Bürgschaften der russischen Regierung abgesichert worden seien "oder in irgendeiner Weise mit Russland in Verbindung standen".

Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses, Adam Schiff, hat die Deutsche Bank auch als "offenkundigen Ausgangspunkt" für die Untersuchung möglicher Geldwäsche-Aktivitäten durch den Trump-Konzern bezeichnet.

Das Institut steht wegen seiner Verwicklung in Geldwäsche-Skandale seit Jahren unter Druck. Anfang 2017 hatte die Deutsche Bank gegenüber den Aufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien in Zahlungen von insgesamt 630 Millionen Dollar eingewilligt, weil sie suspekten Geldflüssen aus Russland nicht nachgegangen war.

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