Al-Kuds-Marsch am Samstag : Demo gegen Antisemitismus: Berliner sollen mit Kippa kommen

Ob selbstgehäkelt, oder aus der Vorlage in der 'Bild-Zeitung' gebastelt: Schon 2018 hatten Deutsche bei der Demo 'Berlin trägt Kippa' ihre Solidarität mit den jüdischen Mitbürgern gezeigt.
Ob selbstgehäkelt, oder aus der Vorlage in der "Bild-Zeitung" gebastelt: Schon 2018 hatten Deutsche bei der Demo "Berlin trägt Kippa" ihre Solidarität mit den jüdischen Mitbürgern gezeigt.

Unterstützt wird die Gegenveranstaltung unter anderem von SPD, CDU, FDP und Linken.

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31. Mai 2019, 22:34 Uhr

Berlin | Berlins Antisemitismusbeauftragter Lorenz Korgel hat dazu aufgerufen, an den Gegendemonstrationen gegen den Al-Kuds-Marsch am Samstag in der Hauptstadt teilzunehmen. "Antisemitische Botschaften und Hass auf Israel waren in den vergangenen Jahren immer wieder Bestandteil des Al-Kuds-Marsches", erklärte Lorenz Korgel am Freitag. Die zivilgesellschaftlichen Gegenproteste zeigten aber, dass Antisemitismus in Berlin nicht unwidersprochen bleibe.

2000 Teilnehmer und 400 Gegendemonstranten erwartet

Am Samstag findet in Berlin der jährliche Al-Kuds-Marsch statt, offiziell unter dem Motto "Für einen gerechten Frieden in Palästina". Nach Polizeiangaben rechnen die Veranstalter mit 2000 Teilnehmern. Ein breites Bündnis unter anderem aus Gewerkschaften und der Jüdischen Gemeinde Berlin rief zu einer Kundgebung auf und erwartet etwa 400 Teilnehmer.

Unterstützt wird die Gegenveranstaltung unter anderem von SPD, CDU, FDP und Linken. Die Routen der Demonstrationen führen nicht direkt aneinander vorbei, sodass die Gruppen sich nicht direkt treffen dürften. Auch für eine zweite Gegenveranstaltung sind 400 Teilnehmer angemeldet.

Im vergangenen Jahr nahmen mehr als tausend Menschen am Al-Kuds-Marsch in Berlin teil. Zu Ausschreitungen mit Gegendemonstranten kam es nicht.

Judenfeindliche Parolen

Der internationale Al-Kuds-Tag wurde Ende der 1970er-Jahre von dem iranischen Revolutionsführer Ayatollah Khomeini ins Leben gerufen, um gegen die israelische Besatzung der Palästinensergebiete zu protestieren. Dabei werden immer wieder auch antisemitische Hassparolen laut. Al Kuds ist der arabische Begriff für die Stadt Jerusalem.

In Baghdad marschieren Mitglieder der Volksmobilmachung am Al-Kuds-Tag über die israelischen Flagge. Aus Solidarität mit den Palästinensern findet im Iran jedes Jahr am letzten Freitag des Fastenmonats Ramadan eine solche Kundgebung statt. Foto: dpa/AP/Khalid Mohammed
In Baghdad marschieren Mitglieder der Volksmobilmachung am Al-Kuds-Tag über die israelischen Flagge. Aus Solidarität mit den Palästinensern findet im Iran jedes Jahr am letzten Freitag des Fastenmonats Ramadan eine solche Kundgebung statt. Foto: dpa/AP/Khalid Mohammed

Anfang der Woche hatte der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, dazu aufgerufen, am Samstag Kippa zu tragen, da am Al-Kuds-Tag in Berlin "wieder in unerträglicher Weise gegen Israel und gegen Juden gehetzt wird". Die Bürger sollten mit der religiösen Kopfbedeckung ein Zeichen der Solidarität mit Juden setzen und "für die uneingeschränkte Religionsfreiheit und gesellschaftliche Vielfalt" eintreten. Auch Klein rief zur Teilnahme an den Gegenveranstaltungen zur Al-Kuds-Demo auf.

Was bedeutet die Kippa?

Laut dem Zentralrat der Juden ist das "Käppchen" ein Zeichen der Ehrfurcht. Die Kippa symbolisiere, dass Gott über dem Menschen stehe. Üblicherweise tragen jüdische Männer die kleine Kopfbedeckung beim Gebet, in der Synagoge und auf jüdischen Friedhöfen. Grundsätzlich erfüllen auch andere Kopfbedeckungen den Zweck. Eine Mütze, ein Hut oder ein Baseballcap gehen auch. Orthodoxe Juden tragen die Kippa auch im Alltag.

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