Großmanöver in Europa : Bundeswehr sagt Teilnahme an "Defender"-Übung wegen Coronavirus-Pandemie ab

Die Truppenbewegungen der US-Streitkräfte seien 'faktisch ausgesetzt', teilte die Bundeswehr am Freitag mit.
Die Truppenbewegungen der US-Streitkräfte seien "faktisch ausgesetzt", teilte die Bundeswehr am Freitag mit.

Die rasante Ausbreitung des neuartigen Coronavirus hat auch Auswirkungen auf das Großmanöver "Defender Europe 2020".

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13. März 2020, 19:51 Uhr

Bonn | Wegen der Coronavirus-Pandemie steht das Großmanöver "Defender Europe 2020" offenbar vor dem Aus: Nach der "faktischen Aussetzung" der Truppenbewegungen der US-Streitkräfte sagte die Bundeswehr am Freitag ihre Beteiligung an einer gemeinsamen Militärübung ab. Konkret gehe es um die deutsche Truppenbeteiligung mit rund 2500 Soldaten vom 16. bis 30. April auf den Übungsplätzen Bergen und Munster in Niedersachsen, teilte die Bundeswehr am Freitag mit. Entscheidungen von US-Seite zum weiteren Verlauf des Manövers stünden noch aus.

Truppenbewegungen unterbrochen

Zuvor hatte die Bundeswehr bereits bekanntgegeben, dass die US-Streitkräfte ihre Truppenbewegungen für das Großmanöver in Europa unterbrochen hätten. Absehbar würden keine weiteren Schiffe in Belgien und den Niederlanden entladen, noch weitere US-Soldaten auf deutschen Flughäfen eingeflogen werden, teilte die Bundeswehr mit. Mit wenigen Ausnahmen seien die Truppenbewegungen in Deutschland ohnehin abgeschlossen.

Bereits am Mittwoch hatte das US-Verteidigungsministerium erklärt, die Zahl der US-Soldaten zu reduzieren. An dem Manöver, das in Deutschland, Polen und den baltischen Staaten abgehalten werden soll, sollen rund 37.000 Soldaten aus 18 Nato-Staaten teilnehmen. Die USA wollten mehr als 20.000 Soldaten nach Europa entsenden. Wegen der Verbreitung des Coronavirus hatten die USA und Israel Anfang März bereits das ursprünglich zweiwöchige Manöver Juniper Cobra 20 abgebrochen. Auch gemeinsame Militärübungen von USA und Südkorea wurden verschoben.

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