Mit Volldampf in den Wahlkampf : Dänischer Politiker entfacht auf Zugfahrt versehentlich zehn Kleinbrände

„Auf dem Weg“ postete der Venstre-Politiker Kristian Pihl Lorentzen am Sonntag auf Facebook.
„Auf dem Weg“ postete der Venstre-Politiker Kristian Pihl Lorentzen am Sonntag auf Facebook.

Dass seine Wahlkampfkampagne zehn kleinere Naturbrände entfacht, hatte Kristian Pihl Lorentzen (Venstre) nicht erwartet.

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13. Mai 2019, 15:58 Uhr

Dommerby/Høslev | Symbolisch wollte Kristian Pihl Lorentzen, Politiker der dänischen Partei Venstre, Kollegen und Wähler im Zug durch Jütland fahren – dabei entfachte er auf der Strecke zwischen Langnå nach Struer zehn Naturbrände, die dänischen Medien DR und TV Midtvest berichteten. Geplant war die Zugfahrt als Wahlkampfkampagne unter dem Slogan „Mit Volldampf in den Wahlkampf“.

Nachdem der Zug Skive passiert hatte, entzündete er aus bisher unbekannten Gründen trockenes Gras und Büsche am Rande der Schienen. Henrik Nielsen, Einsatzleiter (mittel- und westjütländische Polizei)

Die Brände hätten sich ausbreiten können

Ab 8.30 Uhr am Morgen bis 17.30 Uhr abends war der Zug mit rund 300 Passagieren unterwegs. Die ersten Meldungen über Brände seien um 12.15 Uhr eingegangen. Unter anderem habe es in einem Naturschutzgebiet gebrannt. Dieses liegt zwischen den Orten Dommerby und Høslev, östlich von Skive.

Die Route der Zugfahrt. Der rote Punkt kennzeichnet den ersten Brand in einem Naturschutzgebiet.
Die Route der Zugfahrt. Der rote Punkt kennzeichnet den ersten Brand in einem Naturschutzgebiet.

Bis etwa kurz vor sechs am Abend gingen Brandmeldungen ein.

Die Feuerwehr ist zu allen Bränden ausgerückt. Keiner davon war ernsthaft bedrohlich, es waren eher Kleinbrände. Wären sie aber nicht rechtzeitig entdeckt worden, hätten sie sich auch auf größere Flächen ausweiten können. Henrik Nielsen, Einsatzleiter (mittel- und westjütländische Polizei)

Die Polizei und Feuerwehr vermuten, die Brände könnten durch Funken, die aus dem Schornstein der Dampflokomotive flogen, entfacht worden sein. Die Funken seien dann auf das trockene Gewächs neben den Schienen gelangt. Bei dem Zug handelte es sich um einen ehemaligen Veteranenzug, der für Ausflüge gebucht werden kann und mit einer Sondergenehmigung auf den Eisenbahnschienen fährt.

Vermutlich passiert so etwas ganz schnell, denn aktuell ist es teilweise trocken. Henrik Nielsen, Einsatzleiter (mittel- und westjütländische Polizei)

Mit Volldampf in den Wahlkampf

Der Venstre-Politiker Kristian Pihl Lorentzen sei sich nach eigenen Angaben erst am Nachmittag darüber klar geworden, dass die Zugfahrt Brände verursacht habe. Dem Politiker selbst tut das Leid:

Das ärgert mich. Ich habe aber die Genehmigung erhalten, mit dem Zug zu fahren. Dass dann Funken vom Zug fallen, die etwas in Brand setzen – dafür kann ich mich nur entschuldigen. Politiker Kristian Pihl Lorentzen (Venstre)

Zuvor hatte er eine Wahlkampfkampagne auf Facebook veröffentlicht. Mit „Volldampf in den Wahlkampf“ lautete der Slogan. Dass dann so sehr die Funken sprühen, hatte der Politiker selbst nicht geahnt.


Er will es wieder tun

Das ist nun der dritte Wahlkampf in Folge, bei dem Lorentzen den Zug führt. Falls er erneut gewählt wird, verspricht er, dass es auch ein viertes Mal eine Zugtour geben wird:

Solange ich weiterhin die Genehmigung erhalte, verspreche ich, dass ich wieder einen Zug führen werde. Politiker Kristian Pihl Lorentzen (Venstre)


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