Debatte um Corona-Testpflicht : Politiker fordern: Rückkehrer aus Risikogebieten sollen Corona-Tests selbst zahlen

Debatte um Reiserückkehrer: Politiker fordern, dass auch Heimkehrer aus Corona-Risikogebieten die Kosten für einen Corona-Test selbst bezahlen sollen.
Debatte um Reiserückkehrer: Politiker fordern, dass auch Heimkehrer aus Corona-Risikogebieten die Kosten für einen Corona-Test selbst bezahlen sollen.

Aktuell müssen Reiserückkehrer aus Risikogebieten ihren verpflichtenden Corona-Test nicht selbst bezahlen.

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16. August 2020, 13:19 Uhr

Berlin/Hannover | Reiserückkehrer aus Risikogebieten sollten sich nach Ansicht des Berliner Regierenden Bürgermeisters Michael Müller an den Kosten für die Corona-Tests mindestens beteiligen. "Denn sie gehen bewusst ein Risiko ein und gefährden die Allgemeinheit", sagte der SPD-Politiker der "Bild am Sonntag". Auch Niedersachsens Wirtschaftsminister und Vize-Ministerpräsident Bernd Althusmann schaltet sich mit einer klaren Botschaft in die Debatte um die Kostenübernahmen für verpflichtende Corona-Tests nach der Rückkehr aus Risikogebieten ein.

„Bei weiterhin hohem Infektionsrisiko weltweit sollten wir ernsthaft darüber sprechen, ob nicht diejenigen, die sich bewusst und ohne zwingenden Grund der Gefahr aussetzen und in ein ausgewiesenes Risikogebiet reisen, im Anschluss ihren Corona-Test selber bezahlen“, forderte der CDU-Politiker im Gespräch mit unserer Redaktion.

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Althusman rät von Reisen in Corona-Risikogebiete ab

Individuelle Freiheit und Verantwortungsbewusstsein müssten sich die Waage halten. „Ich rate derzeit ganz klar von nicht zwingend notwendigen Reisen in Risikogebiete ab“, sagt Althusmann. Die jetzt geltende Maßgabe – kostenfreier Test binnen drei Tagen nach Rückkehr – werde voraussichtlich nur eine vorübergehende Regelung sein, meint der Minister, der ein Verbot von Reisen in Risikogebiete – wie vom CDU-Wirtschaftsrat gefordert – indes ablehnt.

Bernd Althusmann.
Peter Steffen/dpa
Bernd Althusmann.

"Ein Verbot halte ich für unverhältnismäßig und für rechtlich bedenklich. Jeder sollte auch weiterhin eigenverantwortlich handeln und selber entscheiden, welchem Risiko er sich aussetzt. Aber die Gefahr besteht nun mal auch für andere. Deshalb ist doch klar, dass bei der Rückkehr aus möglichen Risikogebieten auf jeden Fall Corona-Tests erfolgen müssen", betont Althusmann.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verteidigt kostenlose Tests

Aktuell können sich Reiserückkehrer auch aus Risikogebieten kostenlos testen lassen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verteidigte diese Regelung erneut. In den ARD-"Tagesthemen" sagte er am Samstagabend, Tests, die etwas kosten, versuchten manche Reisende möglicherweise zu vermeiden. Doch sollten die Tests ja wahrgenommen werden. "Das schützt uns und das schützt andere." Zur Reisewarnung der Bundesregierung für Spanien mit Ausnahme der Kanarischen Inseln sagte Spahn, die Warnung sei "kein Reiseverbot". Reisende, die in Spanien seien, sollten den Urlaub auch gerne fortsetzen, "aber wachsam sein". Das Virus mache keine Ferien, deswegen "müssen wir in den Ferien gut aufeinander aufpassen", warnte der Minister.

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Spanien als Corona-Risikogebiet eingestuft

Auf Grundlage von Absprachen zwischen den Bundesministerien für Gesundheit, Auswärtiges und Inneres hatte das Robert-Koch-Institut (RKI) das spanische Festland sowie Mallorca und die übrigen Balearen-Inseln am Freitag als Corona-Risikogebiet eingestuft. Grundlage ist der starke Anstieg der Corona-Infektionen dort. Das Auswärtige Amt veröffentlichte daraufhin eine Reisewarnung für ganz Spanien außer den Kanaren, wo die Infektionszahlen niedriger sind.

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