Bald Zeitinseln in Europa? : Bundesrat stimmt für Ende der Zeitumstellung – aber warnt

Schluss mit den regelmäßigen Zeitumstellungen, votierte der Bundestag.
Schluss mit den regelmäßigen Zeitumstellungen, votierte der Bundestag.

Das Ländergremium ahnt arge Probleme, wenn sich Deutschlands Nachbarstaaten für verschiedene Zeiten entscheiden.

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23. November 2018, 20:06 Uhr

Berlin | Der Bundesrat warnt angesichts des Vorschlags der EU-Kommission für ein Ende der halbjährlichen Zeitumstellung vor dauerhaften Zeitunterschieden zwischen Deutschland und seinen Nachbarstaaten. Dies könnte den grenzüberschreitenden Austausch beeinträchtigen und hätte negative Auswirkungen für den Handel, Flug- und Zugverkehr sowie Pendler, warnt der Bundesrat im Tagesordnungsprotokoll.

"Isolierte Zeitinseln in Europa müssten vermieden werden", heißt es in der Stellungnahme des Bundesrates. "Die Kommission sollte die Umstellung deshalb stärker koordinieren. " Welche Zeit künftig als Standardzeit gesetzt wird, solle die Bundesregierung "in enger Abstimmung mit den Nachbarstaaten treffen."

Überblick über bestehende Zeitzonen in Europa

Derzeit gibt es bereits verschiedene Uhrzeiten in der EU, bedingt durch die Zeitzonen: Die Weltzeit (UTC) – ehemals Greenwich Mean Time (GMT) gilt auf den Britischen Inseln, auf Island und in Portugal. Die Mitteleuropäische Zeit ist der Weltzeit eine Stunde voraus, die Osteuropäische Zeit zwei Stunden. Während sich die Zeitzonen momentan grob an den Längengraden der Erde orientieren, würden individuell beschlossene Zeitunterschiede die Karte zu einem Flickenteppich machen.

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Fahrplan zur Abschaffung – wann, wo und ob überhaupt

Die Zeitumstellung ist schon seit ihrer Einführung umstritten. Die EU-Kommission hatte in einer Online-Umfrage die EU-Bürger nach ihrer Meinung gefragt. An der Umfrage beteiligten sich 4,6 Millionen Menschen – hauptsächlich Deutsche. 84 Prozent sprachen sich für die Abschaffung der Zeitumstellung aus. Die Kommission will die Entscheidung – ob die Sommerzeit oder die Winterzeit beibehalten wird – den Mitgliedsstaaten überlassen.

Weiterlesen: Letzte Zeitumstellung 2019 – droht dann ein großes Durcheinander?

Zum letzten Mal soll die Zeit in Europa am 31. März 2019 umgestellt werden, so plant es die Kommission. Wenn ein Mitgliedsland dauerhaft die Winterzeit behalten will, darf es am 27. Oktober 2019 endgültig auf diese Zeit wechseln. Jedes Land soll bis April 2019 der Kommission mitgeteilt haben, welche Zeit in dem Land dauerhaft gelten soll. Bis März müssen allerdings erst noch die Abgeordneten im Europäischen Parlament und die Staats- und Regierungschefs im Europäischen Rat der Abschaffung der Zeitumstellung zustimmen.

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