Kämpferische Videobotschaft : Boris Johnson aus Klinik entlassen: "Ich verdanke ihnen mein Leben"

Er ist zurück in der 10 Downing Street: Boris Johnson überstand Covid-19 und wird sich auf dem Landsitz Chequers erholen.
Er ist zurück in der 10 Downing Street: Boris Johnson überstand Covid-19 und wird sich auf dem Landsitz Chequers erholen.

Der britische Premier erholt sich in der Umgebung von London und verteilt warme Worte an seine Ärzte und Pfleger.

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12. April 2020, 15:52 Uhr

London | Der an der Lungenkrankheit Covid-19 erkrankte britische Premierminister Boris Johnson ist aus dem Krankenhaus entlassen worden. Johnson zeigte sich kämpferisch: "Wir werden dieses Coronavirus besiegen, und wir werden es gemeinsam besiegen", sagte der mit Anzug und Krawatte gekleidete 55-Jährige in einem von der Downing Street am Sonntag veröffentlichten Video. Noch sei die Krise nicht zu Ende, sagte er weiter. "Doch wir machen nun Fortschritte in diesem unglaublichen Kampf".

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Wie ein Regierungssprecher am Sonntag in London mitteilte, wird Johnson auf ärztlichen Rat hin die Regierungsgeschäfte aber nicht sofort wieder aufnehmen. Er werde seine Genesung am offiziellen Landsitz des britischen Premiers, Chequers, außerhalb Londons fortsetzen, fügte der Sprecher hinzu. Johnson wolle allen im St. Thomas' Hospital für die "brillante Pflege" danken, die er erhalten habe, so der Sprecher.

Schon am Vortag hatte sich Johnson bei den Mitarbeitern des St. Thomas' Hospitals bedankt. "Ich kann ihnen nicht genug danken. Ich verdanke ihnen mein Leben", sagte der Premier in einer knappen Mitteilung am späten Samstagabend.

'Ich liebe NHS' als Blumenskulptur vor dem St. Thomas' Hospital, wo Johnson behandelt wurde. Er teilt die Botschaft und dankte den Mitarbeitern für die 'brillante Pflege'. Das NHS ist das öffentlich finanzierte Gesundheitssystem in England. Foto: AFP/Niklas HALLE'N
"Ich liebe NHS" als Blumenskulptur vor dem St. Thomas' Hospital, wo Johnson behandelt wurde. Er teilt die Botschaft und dankte den Mitarbeitern für die "brillante Pflege". Das NHS ist das öffentlich finanzierte Gesundheitssystem in England. Foto: AFP/Niklas HALLE'N

Drei Tage auf der Intensivstation

Der 55-jährige Johnson war vor einer Woche ins Krankenhaus eingeliefert worden, nachdem sich die Symptome infolge seiner Infektion mit dem neuartigen Coronavirus verschlimmert hatten. Am Montagabend kam er sogar auf die Intensivstation und musste mit Sauerstoff behandelt werden. An ein Beatmungsgerät musste der Premierminister aber nicht angeschlossen werden. Erst am Donnerstag konnte Johnson wieder auf eine normale Station des Londoner St.-Thomas-Krankenhauses verlegt werden.

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Der konservative Regierungschef war Ende März positiv auf das Coronavirus getestet worden. Seine schwere Erkrankung und seine Verlegung auf die Intensivstation inmitten der Corona-Krise hatten Großbritannien in einen Schockzustand versetzt. Er ist der ranghöchste Politiker weltweit, der an Covid-19 erkrankt ist.

Briten befürchten höchste Todesrate innerhalb Europas

Johnson wird derzeit von Außenminister Dominic Raab vertreten. Die Befugnisse des Premierministers hat Raab aber nicht. Großbritanniens ungeschriebene Verfassung sieht keine klare Regelung für den Fall vor, dass der Regierungschef ausfällt. Es wird damit gerechnet, dass Johnson noch mehrere Wochen fehlen könnte.

Außenminister Dominic Raab vertritt Johnson, aber ohne dessen Befugnisse als Premier zu haben. Foto: AFP PHOTO / 10 DOWNING STREET / PIPPA FOWLES
Außenminister Dominic Raab vertritt Johnson, aber ohne dessen Befugnisse als Premier zu haben. Foto: AFP PHOTO / 10 DOWNING STREET / PIPPA FOWLES

Unterdessen überstieg die Zahl der Virus-Toten in Großbritannien die Marke von 10.000. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums liegt die Zahl der Todesopfer in den Krankenhäusern nun bei insgesamt 10.612.

Großbritannien könnte nach Einschätzung der Wellcome-Stiftung in der Bilanz das am schlimmsten von der Corona-Pandemie betroffene Land innerhalb Europas werden. Im Vereinigten Königreich werde die Todesrate möglicherweise die höchste sein, sagte der Direktor der Stiftung, Jeremy Farrar, am Sonntag dem britischen Sender BBC. Zweifellos müsse man aus der derzeitigen Lage Lehren ziehen, betonte er. Massentests könnten noch helfen, Zeit zu gewinnen, um das Gesundheitswesen aufzurüsten.

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Nach dem jetzigen Ausbruch rechnet der Experte, der auch die britische Regierung berät, mit einer zweiten und dritten Welle. Er hoffe auf einen Impfstoff bis Herbst, dann müsse noch die Produktion für die Impfung vieler Millionen Menschen hochgefahren werden. "Ich würde hoffen, dass wir das in zwölf Monaten schaffen, aber das ist an sich schon ein beispielloser Ehrgeiz", so Farrar.

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