Beschluss der Abgeordneten : Berlin erklärt Frauentag zum gesetzlichen Feiertag

Am Internationalen Frauentag sind in der Vergangenheit viele Frauen auf die Straße gegangen. In Berlin wird dieser Tag nun Feiertag.
Am Internationalen Frauentag sind in der Vergangenheit viele Frauen auf die Straße gegangen. In Berlin wird dieser Tag nun Feiertag.

Als Novum in Deutschland wird der 8. März nun in Berlin gesetzlicher Feiertag.

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24. Januar 2019, 15:52 Uhr

Berlin | In Berlin ist der alljährlich am 8. März begangene Frauentag ab sofort neuer gesetzlicher Feiertag. Das Berliner Abgeordnetenhaus stimmte am Donnerstag nach zweiter Lesung abschließend für den entsprechenden Gesetzentwurf der rot-rot-grünen Landesregierung. Von den anwesenden 147 Abgeordneten stimmten 87 für das Gesetz, 60 Abgeordnete stimmten dagegen.

Die CDU kritisierte die Feiertagsentscheidung, da sich Berlin nun einreihe in Länder wie Nordkorea, Vietnam und China, die jährlich den Frauentag feiern. Die CDU hatte für den 9. November 2019 als zusätzlichen Feiertag plädiert – den 20. Jahrestag des Mauerfalls. Die AfD war für den Reformationstag als Feiertag.

Feiertag unabhängig von Religionen

Die frauenpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Anja Kofbinger, plädierte für den Frauentag, da er religionsunabhängig sei und Menschen daran erinnere, dass Frauen in vielen Bereichen noch nicht gleichberechtigt sind.

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Eine Reihe anderer Landesparlamente hatte im vergangenen Jahr neue Feiertage eingeführt. Während die norddeutschen Bundesländer den Reformationstag zum Feiertag machten, erklärte Thüringen den Weltkindertag zum Feiertag.

Bislang war die Hauptstadt in Sachen Feiertage bundesweites Schlusslicht: In Berlin gibt es jährlich nur neun Feiertage, in den meisten Bundesländern sind es zehn. Der Stadtstaat Berlin ist das einzige Bundesland mit dem Frauentag als Feiertag.

Frauentag geht auf sozialistische Konferenz zurück

Der Internationale Frauentag geht auf die Konferenz sozialistischer Frauen im Jahr 1910 in Kopenhagen zurück. Initiatorin war die Frauenrechtlerin Clara Zetkin. Ausgerufen wurde der Tag erstmals 1911. Zunächst fand er am 19. März statt, erst später setzte sich der 8. März durch. Bei den Kundgebungen in Deutschland gehörte die Einführung des Frauenwahlrechts zu den wichtigsten Forderungen – es wurde in Deutschland 1918 eingeführt.

Während der Frauentag in der Bundesrepublik zunächst kaum noch Bedeutung hatte, wurde er in der DDR ab 1947 offiziell begangen. Er sollte die Gleichberechtigung fördern und die Arbeit der Frauen würdigen - sie bekamen oft Blumen geschenkt. Im Westen gewann er in den 70er-Jahren durch die damalige Frauenbewegung wieder an Bedeutung.

Die Vereinten Nationen riefen im Rahmen des internationalen Jahrs der Frau erstmals eine Feier zum 8. März 1975 aus. 1977 rief ihn die UN-Generalversammlung zum "Tag für die Rechte der Frau und den Weltfrieden" aus.

Weiterlesen: Reformationstag ist jetzt in ganz Norddeutschland Feiertag

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