Geplatzter Restaurantbesuch in Berlin : Nobel-Italiener will Gauland und Weidel nicht als Gäste

Die AfD-Politiker Alice Weidel, Jörg Meuthen (l.) und Alexander Gauland.
Die AfD-Politiker Alice Weidel, Jörg Meuthen (l.) und Alexander Gauland.

Die AfD-Spitze aus Jörg Meuthen, Alexander Gauland, Alice Weidel wird in einem Berliner Nobel-Restaurant abgewiesen.

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06. Mai 2019, 22:58 Uhr

Berlin | Ein Berliner Restaurant hat sich geweigert, AfD-Spitzenpolitiker zu empfangen. Eine Tischbestellung für ein Abendessen am Montag sei abgewiesen worden, teilte das Restaurant auf dpa-Anfrage mit.

Das italienische Restaurant Bocca di Bacco in der Berliner Friedrichstraße.
imago images/Schöning
Das italienische Restaurant Bocca di Bacco in der Berliner Friedrichstraße.

An dem spontan anberaumten Abendessen hätten Parteichef Jörg Meuthen, Partei- und Fraktionschef Alexander Gauland, Co-Fraktionschefin Alice Weidel und der parlamentarische Geschäftsführer Bernd Baumann teilnehmen sollen, wie Fraktionssprecher Christian Lüth sagte.

"Undemokratisch und dumm"

Im Kurznachrichtendienst Twitter schrieb Lüth, die Absage sei "undemokratisch und dumm". Stattdessen wollten sich die Politiker nun in der Parlamentarischen Gesellschaft treffen.

Auf die Frage nach dem Grund für die Absage betonte einer der Betriebsleiter des Restaurants Bocca di Bacco, Martin Birnbaum, es gebe die Annahme, dass Mitglieder der AfD-Fraktion Menschen aufgrund ihrer Herkunft "diskriminieren und diskreditieren". Ihm zufolge hatte das Restaurant im vergangenen Jahr schon einmal eine Reservierung der AfD abgewiesen.

Hymnen-Eklat in Bayern

Der geplatzte Restaurant-Besuch in Berlin bleibt nicht die einzige Peinlichkeit für die AfD. Für Wirbel sorgt auch ein Hymnen-Eklat in Bayern. Parteichef Meuthen bezeichnete das Singen der ersten Strophe des Deutschlandlieds bei einer Veranstaltung des Flügels um den Rechtsaußen-Politiker Björn Höcke als unklug.

Diejenigen, die das bei dem Treffen im bayerischen Greding am Wochenende getan hätten, "mögen sich fragen, ob das klug ist", sagte Meuthen am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Der bayerische AfD-Landtagsabgeordnete Ralf Stadler trat aus Protest gegen das Treffen in Greding aus dem Flügel um Höcke aus.

Die erste Strophe des Deutschlandlieds ist seit deren Missbrauch durch die Nazis verpönt. Ausdrücklich verurteilen wollte Meuthen den Vorfall vom Samstag nicht, bei dem Höcke gemeinsam mit anderen Politikern auf der Bühne stand und lächelte, während alle drei Strophen gesungen wurden.

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Es habe sich um ein süddeutsches Flügeltreffen gehandelt, nicht um eine AfD-Veranstaltung, betonte Meuthen. "Ich bin nicht der Flügel." Auf AfD-Veranstaltungen werde die dritte Strophe gesungen "und sonst nichts, darauf lege ich großen Wert".

Das Deutschlandlied wurde 1841 von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben gedichtet und in der Weimarer Republik zur Nationalhymne gemacht. Später missbrauchten die Nationalsozialisten die erste Strophe für ihre Zwecke. Inzwischen wird nur noch die dritte Strophe ("Einigkeit und Recht und Freiheit") gesungen.

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