Vergütung von Auszubildenden : Azubi-Mindestlohn kommt ab 2020 – so viel Geld erhalten Lehrlinge

Auszubildende sollen einem Bericht zufolge von 2020 an im ersten Ausbildungsjahr eine Mindestvergütung erhalten.
Auszubildende sollen einem Bericht zufolge von 2020 an im ersten Ausbildungsjahr eine Mindestvergütung erhalten.

Von der neuen Regelung dürften vor allem Auszubildende in kleinen Betrieben in Ostdeutschland profitieren.

von
13. Mai 2019, 05:58 Uhr

Berlin | Auszubildende sollen einem Bericht zufolge von 2020 an im ersten Ausbildungsjahr eine Mindestvergütung von 515 Euro pro Monat erhalten. Die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag) schrieben unter Berufung auf das Bundesbildungsministerium zudem, in den Folgejahren solle sich die Mindestausbildungsvergütung weiter erhöhen - im Jahr 2021 auf 550 Euro, 2022 auf 585 Euro und ab 2023 auf 620 Euro. Im zweiten und dritten Lehrjahr seien ebenfalls Erhöhungen geplant. Laut dem Bericht soll die Reform des Berufsbildungsgesetzes von Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) an diesem Mittwoch vom Kabinett beschlossen werden.

Mindestausbildungsvergütung

Mit der Reform werde erstmals in Deutschland eine gesetzliche Untergrenze für die Vergütung von Auszubildenden festgeschrieben – analog zum gesetzlichen Mindestlohn. Allerdings können sich Unternehmen und Gewerkschaften bei Tarifverhandlungen auch auf niedrigere Sätze einigen.

Die Höhe der Zahlungen war in der Regierung bis zuletzt umstritten. "Die festgesetzte Höhe der Mindestausbildungsvergütung ist Anerkennung der Leistung der Auszubildenden im Betrieb. Anderseits muss aber auch sichergestellt sein, dass die Motivation der Betriebe erhalten bleibt, Ausbildungsplätze anzubieten", hieß es laut dem Bericht dazu aus dem Ministerium. Karliczek habe deswegen Zugeständnisse gemacht.

Besonders Osten könnte profitieren

Von der neuen Regelung dürften dem Bericht zufolge vor allem Auszubildende in Betrieben ohne Tarifbindung und in kleinen Betrieben in Ostdeutschland profitieren. Er zitiert Zahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung, wonach dort etwa Fleischerlehrlinge im ersten Jahr ihrer Ausbildung nur 310 Euro monatlich verdienen. Auch angehende Raumausstatter (480 Euro), Friseure (325 Euro) und Schornsteinfeger (450 Euro) verdienen in den östlichen Bundesländern deutlich weniger als den nun geplanten Mindestsatz.kas


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen