Neues Wettrüsten mit Russland? : Nach Ausstieg aus INF-Vertrag: Bedrohliche Ankündigung der USA

Protestaktion gegen die Beendigung des INF-Vertrages zum Verbot von Mittelstreckensystemen in Berlin.
Protestaktion gegen die Beendigung des INF-Vertrages zum Verbot von Mittelstreckensystemen in Berlin.

Nach dem Ende des INF-Abrüstungsvertrages haben die USA die Entwicklung neuer Raketen angekündigt.

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02. August 2019, 20:15 Uhr

Washington | Das US-Verteidigungsministerium erklärte am Freitag, nach dem Ausstieg aus dem INF-Vertrag werde es sich "vollauf" und als "umsichtige Antwort auf die Aktionen Russlands" der Entwicklung neuer Boden-Luft-Raketen widmen.

Angst vor nuklearen Waffen

Das Pentagon hatte bereits 2017 die Grundlage für die Entwicklung eines mobilen landgestützten Systems gelegt. Washington argumentierte damals, dass Forschungspläne dafür als Botschaft an Russland gedacht seien, sich wieder an den Vertrag zu halten.

Vertreter des Pentagons betonten in den vergangenen Wochen immer wieder, dass es sich um ein konventionelles System handele, nicht um ein nukleares. Experten weisen allerdings darauf hin, dass es technisch einfach sei, ein konventionelles System zu einem nuklearen zu machen, weil lediglich die Sprengköpfe ausgetauscht werden müssten.

Ausstieg aus INF-Vertrag

Der INF-Vertrag war am Freitag aufgelöst worden. Die USA hatten das Abkommen Anfang Februar mit Rückendeckung der Nato-Partner gekündigt, weil sie davon ausgehen, dass Russland es seit Jahren verletzt. Wenig später setzte auch Moskau das Abkommen aus.

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Beide Seiten geben sich gegenseitig die Schuld für die Eskalation. Die Amerikaner und die Nato werfen den Russen konkret vor, mit ihren Waffen vom Typ 9M729 (Nato-Code: SSC-8) gegen den Vertrag verstoßen zu haben, weil sie weiter fliegen als erlaubt. Moskau bestreitet dies und beteuert, vertragstreu gewesen zu sein.

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