Grüne fordern konsequentes Handeln : Artensterben: Zahlreiche Pflanzen in Deutschland verschwunden

Eine sogenannte Küchenschelle. Sie gilt als bestandsbedroht. Foto: dpa/Martin Schutt
Eine sogenannte Küchenschelle. Sie gilt als bestandsbedroht. Foto: dpa/Martin Schutt

In den vergangenen 150 Jahren sind zahlreiche Pflanzen auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik ausgestorben oder verschollen. Und viele von denjenigen, die noch da sind, gelten als gefährdet.

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19. Juli 2019, 02:48 Uhr

Osnabrück | Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf Anfrage der Grünen hervor. Demnach sind in dem Zeitraum 149 sogenannte Pflanzentaxa verschwunden. Dabei handelt es sich um ganze Arten oder deren Unterarten. Womöglich ist also eine deutlich höhere Zahl an Pflanzen ausgestorben.

Laut Umweltministerium sind allein 76 Arten der Farn- oder Blütenpflanzen betroffen. Aus dieser Gruppe gelten derzeit zudem 1068 als gefährdet. Das entspricht einem Anteil von 27,5 Prozent der in Deutschland heimischen Pflanzen aus der Gruppe der Farn- und Blütenpflanzen wie Wiesen-Küchenschelle, Kornrade, Katzenpfötchen, Flammen-Adonisröschen oder Sonnentau-Arten.

Insgesamt habe sich deren Situation in den vergangenen Jahren verschlechtert. Deswegen wird laut Ministerium das Ziel aus der 2007 verabschiedeten Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt „für diese Pflanzengruppe voraussichtlich nicht erreicht werden.“

Nährstoffe sind schuld

Die Grünen fordern ein konsequenteres Vorgehen der Bundesregierung gegen das Artensterben bei Wildpflanzen. Vor allem die Landwirtschaft müsse umweltfreundlicher wirtschaften, teilte die naturschutzpolitische Sprecherin Steffi Lemke mit. „Wir wollen großzügig pestizidfreie Gebiete schaffen und die Vergüllung der Landschaft beenden“, so Lemke.

Tatsächlich sieht die Bundesregierung die Ursache für die Bedrohung der Pflanzenvielfalt im Nährstoffeintrag in nährstoffarme Gewässer oder Landschaften wie etwa Moore oder Heiden. Das kann beispielsweise durch das Ausbringen von Gülle oder Gärresten passieren. Auf unmittelbar landwirtschaftlich genutzten Flächen gelten vor allem sogenannte Ackerwildkräuter als gefährdet. Zahlreiche Landwirte steuern aber auch selbst gegen, indem sie beispielsweise Blühstreifen anlegen .

Foto: dpa/Markus Scholz
Markus Scholz
Foto: dpa/Markus Scholz


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