Nach Schließung der Schulen und Kitas : Arbeitsminister Heil bittet Firmen um großzügige Regeln für Mitarbeiter mit Kindern

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil  Foto: Michael Kappeler/dpa
Bundesarbeitsminister Hubertus Heil Foto: Michael Kappeler/dpa

Nach der Schul- und Kitaschließung im ganzen Land appelliert Bundesarbeitsminister Heil an Firmen flexible Lösungen für Arbeitnehmer mit Kindern zu finden.

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15. März 2020, 12:12 Uhr

Berlin | Angesichts wochenlanger Schul- und Kita-Schließungen in Deutschland appelliert Arbeitsminister Hubertus Heil an alle Firmenchefs und Behördenleiter, zusammen mit ihren Mitarbeitern großzügige Lösungen für die Kinderbetreuung zu finden. "Ich bitte Sie angesichts der akuten Lage, gemeinsam mit Ihren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu pragmatischen, unbürokratischen und einvernehmlichen Lösungen zu kommen, die nicht zu Lohneinbußen führen", erklärte der SPD-Politiker am Sonntag in Berlin. "Ich bitte Sie, die Möglichkeiten der Lohnfortzahlung im Betreuungsfall großzügig auszugestalten."

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Heil beschrieb die Rechtslage so: Arbeitnehmer können zur Betreuung ihrer Kinder für einen kurzen Zeitraum, zwei oder drei Tage, ohne Lohneinbußen ihrem Arbeitsplatz fernbleiben. Voraussetzung sei, dass sie ihre Kinder nicht anderweitig betreuen könnten, etwa durch Ehepartner oder Nachbarn.

Heil appellierte an die Arbeitgeber, zumindest in der ersten Woche auf Lohnminderungen zu verzichten. "Wo möglich, können auch Homeoffice-Lösungen oder flexible Arbeitszeitregelungen dazu beitragen, die aktuelle Situation zu bewältigen. In dieser Krise müssen alle zusammenstehen." Daher bitte er auch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer: "Nehmen Sie die Möglichkeit wahr, über Zeitausgleiche, etwa Überstundenabbau, oder kurzfristige Inanspruchnahme von Urlaub, die Betreuung ihrer Kinder im Anschluss an die ersten Tage sicherzustellen!"

Heil kündigte an, gemeinsam mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) an diesem Mittwoch die Sozialpartner einzuladen, um zu gemeinsamen Lösungen zu kommen.

Weiter riet der Minister, auf die Betreuung durch Großeltern zu verzichten, da ältere Menschen erheblich durch das Coronavirus gefährdet seien und deren Gesundheit besonders geschützt werden müsse.

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