Klimaproteste auch in MV : An diesen Orten im Nordosten wird am Freitag demonstriert

Greta Thunberg befindet sich derzeit in den USA. Zuletzt protestierte sie in Washington D.C.
Greta Thunberg befindet sich derzeit in den USA. Zuletzt protestierte sie in Washington D.C.

Die "Fridays for Future"-Bewegung will nach eigenen Angaben den größten Klimastreik aller Zeiten organisieren.

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16. September 2019, 16:16 Uhr

Berlin | Für ihren Aufruf zum globalen Streik für mehr Klimaschutz an diesem Freitag bekommt die Bewegung "Fridays for Future" breite Unterstützung. Mit dabei sind Umwelt- und Entwicklungsorganisationen wie Greenpeace und Brot für die Welt, aber auch die Evangelische Kirche, die Gewerkschaft Verdi und der Deutsche Kulturrat.

Sie riefen am Montag alle Bürger auf, an den bislang mehr als 400 bundesweit geplanten Demonstrationen teilzunehmen. "Junge und Erwachsene gemeinsam können die Regierung zum Handeln antreiben. Bisher hat die Bundesregierung versagt", erklärten sie.

Tag für Tag erhöhe sich die Treibhausgas-Konzentration in der Atmosphäre, der Anstieg sei noch immer exponentiell, hieß es weiter. "Wenn es nicht gelingt, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, droht eine Klimakatastrophe, die nicht mehr aufzuhalten ist."

Diese Karte zeigt den aktuellen Stand:


Mit dabei auch Orte in MV:

  • Anklam
  • Bergen auf Rügen
  • Demmin
  • Greifswald
  • Ludwigslust
  • Rostock
  • Schwerin
  • Waren (Müritz)
  • Wismar

Verdi-Chef Frank Bsirske erklärte, Fridays for Future mache zu Recht Druck auf die Politik. "Dem Klimawandel muss in der Tat viel energischer als bisher begegnet werden. Er bedroht die Menschheit als Ganze." Die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus, sagte: "Wir sind Teil der Schöpfung Gottes und mitverantwortlich, sie zu bewahren. Noch konsequenter als bisher werden wir uns für den Klimaschutz einsetzen."

Gut 200 Mitgliedsfirmen des ökologisch orientierten Verbands UnternehmensGrün beteiligen sich am Freitag aktiv am bundesweiten Klimastreik, schließen ihre Geschäfte und rufen ihre Mitarbeiter auf, für mehr Klimaschutz auf die Straße zu gehen. Dazu gehören die GLS Bank mit 500 Beschäftigten und Naturstrom mit 400 Mitarbeitern sowie viele weitere kleine und mittelständische Unternehmen, wie die Geschäftsführerin Katharina Reuter am Montag erklärte. "Es geht um die Verantwortung für den Planeten, auf dem längst nicht alle Firmen auf Kosten der Umwelt und nachfolgender Generationen tätig sein wollen."

Für die globale Streikwoche für mehr Klimaschutz, die am Freitag beginnt, haben Aktivisten schon Proteste in mehr als 2000 Städten in 129 Staaten angekündigt. Die von der Schwedin Greta Thunberg angestoßene Protestbewegung wird von Schülern und Studenten getragen.

Für Deutschland fordert Fridays for Future unter anderem, dass der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase spätestens 2035 unterm Strich auf null sinkt also 15 Jahre früher als bisher geplant. Der Kohleausstieg soll demnach schon bis 2030 vollzogen und eine 100-prozentige erneuerbare Energieversorgung bis 2035 erreicht sein.

Lehrer werfen Politik "Doppelzüngigkeit" vor

Mit Blick auf den geplanten Klimastreik am Freitag erwartet die Lehrergewerkschaft VBE von Politikern eine klare Ansage, wie Schulen mit Fehlstunden von Schülern umgehen sollen. Der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann erklärte am Montag:

Es muss Schluss sein mit der Doppelzüngigkeit, auf der einen Seite das Engagement der Schülerinnen und Schüler zu unterstützen und sie offen oder indirekt zur Teilnahme aufzufordern, aber auf der anderen Seite den Schulen die Verantwortung aufzubürden, zu entscheiden, wie und ob sie Verletzungen der klar gesetzlich geregelten Schulpflicht ahnden VBE-Vorsitzender Udo Beckmann


Die schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg weilt der zeit in den USA. Dort hat sie zuletzt mit mehreren Hundert Kindern und Jugendlichen vor dem Weißen Haus in Washington für mehr Klimaschutz demonstriert. Die 16-Jährige mischte sich am Freitag unter ihre Mitstreiter und zog mit der anfänglich sehr übersichtlichen Menge vor den südlichen Garten des Amtssitzes von US-Präsident Donald Trump, gefolgt von Dutzenden Journalisten. Thunberg sagte in einer kurzen Ansprache, sie sei überwältigt angesichts der Vielzahl der Teilnehmer an dem Protest.

Thunberg ist in den USA längst nicht so berühmt wie in Europa. Sie war vor rund zwei Wochen mit einer Segeljacht in New York eingetroffen. Sie verzichtet auf Flugreisen. In Washington soll sie sich insgesamt sechs Tage aufhalten und wird dort mit anderen Aktivisten bei einer Anhörung eines Unterausschusses des Repräsentantenhauses erwartet. Seit mehr als einem Jahr demonstriert Thunberg jeden Freitag für mehr Klimaschutz.

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