Erdüberlastungstag am 3. Mai : Alle Ressourcen verbraucht: Ab heute lebt Deutschland auf Kredit

Ökologisch gesehen leben die Deutschen weit über ihre Verhältnisse: Würden es alle Erdbewohner ihnen gleichtun, wären die für dieses Jahr nachhaltig zur Verfügung stehenden Ressourcen verbraucht und die ökologisch verkraftbaren Emissionen ausgestoßen.
Ökologisch gesehen leben die Deutschen weit über ihre Verhältnisse: Würden es alle Erdbewohner ihnen gleichtun, wären die für dieses Jahr nachhaltig zur Verfügung stehenden Ressourcen verbraucht und die ökologisch verkraftbaren Emissionen ausgestoßen.

Deutschland hat bis heute so viele Ressourcen verbraucht, wie dem Land für das gesamte Jahr zur Verfügung stehen.

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03. Mai 2019, 05:45 Uhr

Berlin | Deutschland hat bereits in den ersten vier Monaten so viele Ressourcen verbraucht, wie dem Land eigentlich für das gesamte Jahr zur Verfügung stehen. Auf den nationalen sogenannten Erdüberlastungstag an diesem Freitag wiesen die Umweltschutzorganisationen Germanwatch und BUND hin. Im Vorjahr hatte der deutsche Erdüberlastungstag auf dem 2. Mai gelegen, 2017 sogar bereits auf dem 24. April.

Auf Kosten kommender Generationen

"Wäre der Ressourcenverbrauch der Weltbevölkerung so groß wie in Deutschland, dann hätte sie schon bis zu diesem Zeitpunkt die regenerierbaren Ressourcen verbraucht, die ihr für das gesamte Jahr zur Verfügung stehen", schrieb dazu Germanwatch. "Die Menschen hierzulande leben ab dem 3. Mai daher auf Kosten kommender Generationen und der Menschen im globalen Süden, die deutlich weniger verbrauchen, aber stärker von den ökologischen Folgen betroffen sind.

Würden alle Staaten der Welt so wirtschaften wie Deutschland, und alle Menschen so leben wie hierzulande, bräuchte die Menschheit drei Erden, um ihren Ressourcenverbrauch zu decken BUND

Viel zu hoher Energieverbrauch

"Deutschland lebt ab heute auf Pump und verschwendet großzügig die Lebensgrundlagen anderer Länder und zukünftiger Generationen", erklärte der politische Geschäftsführer der Organisation, Olaf Brandt, am Donnerstag in Berlin. Der ökologische Fußabdruck der Menschen müsse schrumpfen, mahnten die Aktivisten. Das gelte insbesondere für Industrieländer wie Deutschland: Die Bundesrepublik liege mit ihrem Pro-Kopf-Verbrauch und ihren Emissionen im obersten Viertel aller Länder.

Als Gründe dafür nannte der BUND unter anderem einen viel zu hohen Energieverbrauch, den steigenden CO2-Ausstoß im Verkehr und in der Massentierhaltung sowie die Verunreinigung von Böden, Luft und Grundwasser. "Sowohl beim Klimaschutz als auch bei der Ressourcennutzung agiert die Bundesregierung, als ob es kein Morgen gäbe", kritisierte Kira Heinemann vom Vorstand der BUND-Jugend. Sie kündigte dagegen Widerstand ihrer Generation an, so im Rahmen der Fridays-for-Future-Proteste.

Erdüberlastungstag immer früher

Die Daten für Deutschland liegen jeweils deutlich vor denen der globalen Erdüberlastungstage, die derzeit in der Regel Anfang August liegen. Berechnet wird der Termin jährlich vom Global Footprint Network. Weltweit lag der Erdüberlastungstag noch um die Jahrtausendwende Ende September und rückte anschließend immer weiter nach vorne. Seit einigen Jahren bleibt der Termin ungefähr stabil.

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