Verkürzte Amtszeit? : Trotz großer Proteste: Algeriens Präsident Bouteflika kandidiert erneut

Trotz großer Proteste stellt sich der amtierende Präsident Algeriens erneut zur Wahl.
Trotz großer Proteste stellt sich der amtierende Präsident Algeriens erneut zur Wahl.

Der amtierende Präsident Algeriens, Abdelaziz Bouteflika, regiert bereits seit 1999.

von
03. März 2019, 20:48 Uhr

Algier | Algeriens Präsident Abdelaziz Bouteflika kandidiert trotz massiver Proteste im ganzen Land erneut für das höchste Staatsamt. Zugleich versprach der 82-Jährige aber, im Falle seines Sieges bei der Wahl am 18. April werde er nicht die ganze Amtszeit regieren und es werde vorgezogene Wahlen geben, meldete die staatliche Nachrichtenagentur APS am Sonntagabend. Einen genauen Termin für die mögliche Neuwahl wurde nicht genannt. Bei einer solchen Wahl werde er nicht mehr antreten, zitierte APS aus einem Schreiben Bouteflikas.

Lesen Sie auch: Estland wählt neues Parlament

Am Sonntag waren erneut Zehntausende Menschen auf die Straßen gegangen, um gegen eine erneute Kandidatur des gesundheitlich schwer angeschlagenen Präsidenten zu protestieren. Am Sonntag um Mitternacht endet offiziell die Frist zur Einreichung der Kandidatenunterlagen. Mehrere Oppositionelle haben bereits angekündigt, die Präsidentschaftswahl zu boykottieren.

Präsident seit 1999

Bouteflika ist seit 1999 Präsident des größten afrikanischen Landes. Seine Ankündigung, bei der Präsidentschaftswahl erneut antreten zu wollen, hatte zu den größten Protesten in Algerien seit mehr als zehn Jahren geführt. Bouteflika ist gesundheitlich schwer angeschlagen und tritt kaum noch öffentlich auf. Viele Demonstranten werfen Bouteflika vor, nur eine Marionette von Militärs, Familienclans und der einflussreichen Wirtschaftselite des Landes zu sein.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen