Bundesweite Kontrollen : Aktionstag Handy am Steuer: Warum Ablenkung so gefährlich ist

Sieht zwar sehr entspannt aus, verstößt aber gegen das Gesetz: Kurz mal aufs Handy schauen ist sowohl als Radfahrer als auch am Steuer eines Autos verboten. Foto: Imago/Uwe Umstätter
Sieht zwar sehr entspannt aus, verstößt aber gegen das Gesetz: Kurz mal aufs Handy schauen ist sowohl als Radfahrer als auch am Steuer eines Autos verboten. Foto: Imago/Uwe Umstätter

Die Polizei sucht am Donnerstag verstärkt nach Handysündern. Warum Ablenkung im Verkehr so gefährlich ist.

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20. September 2018, 11:36 Uhr

Hamburg | Wer sich am Donnerstag mit einem Handy in der Hand oder Kopfhörern im Ohr im Straßenverkehr bewegt, riskiert, von der Polizei angehalten zu werden. Rund 11.000 Polizisten sind bei knapp 3200 Kontrollen und Aktionen bundesweit im Einsatz, um auf die Gefahren von Ablenkung aufmerksam zu machen, wie das Innenministerium in Sachsen-Anhalt mitteilte. Das Land hat derzeit den Vorsitz der Innenministerkonferenz und ist für die Organisation der neuen Aktion "Sicher. Mobil. Leben" zuständig.

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In Deutschland wird Ablenkung als Unfallursache zwar derzeit nicht erfasst, wie der Verkehrsexperte Heinz Albert Stumpen der Hochschule der Polizei in Münster sagt. Statistiken aus anderen europäischen Ländern und internationale Studien zeigten jedoch, dass mangelnde Aufmerksamkeit für mehr als die Hälfte der Unfälle mitverantwortlich ist – Tendenz steigend. Dabei reiche die Bandbreite ablenkender Tätigkeiten vom Zigaretteanzünden am Steuer über die Bedienung von Navi und Handy bis hin zum besorgten Dauerblick auf den Rücksitz zum Kleinkind statt in den Rückspiegel. Und auch Radfahrer und Fußgänger setzten sich mit lauter Musik und Blick auf den Handybildschirm großen Gefahren aus.

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Die Aufmerksamkeit der Beamten ruht sowohl auf Fußgängern als auch auf Rad-, Motorrad-, Auto- und Lkw-Fahrern. Brandenburg legt einen zusätzlichen Schwerpunkt darauf, junge Fahrer und Senioren anzusprechen und zu beraten. In anderen Bundesländern müssen auch Unfallgaffer mit intensiven Kontrollen, Gesprächen und Strafen rechnen.

Handy ebenso gefährlich wie Alkohol

Besonders gefährlich sind die digitalen Helfer am Steuer. "Elektronische Geräte wie Navigationssysteme oder Handys während der Fahrt bedienen, ist das Gefährlichste, was man am Steuer machen kann", sagt Stumpen. Das Risiko, einen Unfall zu bauen, steige um das Vierfache. Eine Nachricht beim Fahren zu lesen oder zu tippen, sei so gefährlich wie mit 0,8 bis 1,0 Promille Alkohol zu fahren. Der Grund: Man fährt beim Blick aufs Handy im sogenannten Blindflug. Bei Stadtfahrten mit Tempo 50 bedeutet eine Sekunde auf das Handy gucken schon 14 Meter Weg blind zurücklegen. Außerorts mit Tempo 130 sind es 36 Meter – jede Sekunde. Gefahren werden später oder zu spät erkannt, die Reaktion ist verzögert.

Was ist beim Fahrradfahren erlaubt?

Nicht nur das Handy ist ein beliebter Ablenker im Straßenverkehr. Lkw-Fahrer etwa lesen Zeitung, kochen Kaffee oder gucken Filme, während sie auf den Fernstraßen unterwegs sind. "Was man da so tagtäglich auf den Landstraßen und Autobahnen erlebt, ist der Wahnsinn", sagt Nadine Raabe-Goldermann aus dem Innenministerium Sachsen-Anhalt. Doch während dieses Risiko auf der Hand liegt, werden andere Gefahren vergessen. Eltern wollen, dass ihre Kinder in Sicherheit sind – aber auch, dass sie auf der Fahrt nicht unzufrieden mitfahren. Fällt der Teddy oder der Nuckel in den Fußraum oder rufen sie nach Essen oder Trinken, sollten Eltern darauf verzichten, bei laufender Fahrt vom Fahrersitz einzugreifen.

Seit Herbst vorigen Jahres müssen Handysünder am Steuer deutlich mehr Bußgeld berappen: Statt 60 Euro und einem Punkt belasten 100 Euro und ein Punkt die Geldbörse und das Verkehrskonto in Flensburg. Auch Radfahrer sind nicht von Strafe frei: Sie müssen statt 25 Euro inzwischen 55 Euro hinblättern.

Doch wissen Sie, was beim Fahrradfahren erlaubt ist und was nicht? Machen Sie den Test:

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