Jugendorganisation von CDU/CSU : Abgrenzung von der Unionslinie: Schüler Union für legales Cannabis

Der Anteil der Jugendlichen, die schon einmal an einem Joint gezogen haben, steigt.
Der Anteil der Jugendlichen, die schon einmal an einem Joint gezogen haben, steigt.

In der Debatte um eine mögliche Freigabe von Cannabis stellt sich die Schüler-Lobby der Union gegen ihren Dachverband.

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11. November 2019, 13:00 Uhr

Berlin | Die Schüler Union (SU) fordert die Legalisierung von Cannabis in Deutschland. Konsum, Besitz und Abgabe von Cannabis an Menschen ab 21 Jahren sollte nicht mehr strafbar sein, erklärte die Nachwuchsorganisation der Unionsparteien am Montag.

"Ich setze mich für eine deutsche Leitkultur ein, ich finde härtere Abschiebungen richtig. Und ich finde die Legalisierung von Cannabis richtig", sagte der SU-Bundesvorsitzende Finn Wandhoff. Die SU ist gegen eine Legalisierung schon ab 18 Jahren, weil das Gehirn dann noch nicht zu Ende entwickelt sei.


Für eine legale Cannabis-Abgabe plädieren auch die Jugendorganisationen der SPD (Jusos), der FDP (Julis), der Linken (Linksjugend) und der Grünen (Grüne Jugend).

In der Union mehrten sich zuletzt die Stimmen, die sich gegen die bisherige strikte Ablehnung einer Cannabis-Freigabe wenden. Der Dachverein der SU, die Nachwuchsgruppe der CDU und CSU auf Bundesebene (Junge Union), bleibt dagegen eisern: Sie ist nach wie vor gegen eine freie Abgabe von Cannabis.

Immer mehr Jugendliche kiffen

Bei jungen Menschen ist der Cannabiskonsum nach einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) deutlich gestiegen. Demnach gaben im vergangenen Jahr 22 Prozent der 18- bis 25-Jährigen an, in den zurückliegenden zwölf Monaten mindestens einmal Cannabis konsumiert zu haben. 2016 waren es demnach 16,8 Prozent und 2008 noch 11,6 Prozent.

Cannabis ist die lateinische Bezeichnung für Hanf. Haschisch und Marihuana sind Rauschmittel, die aus speziellen Hanfpflanzen mit einem hohen THC-Gehalt gewonnen werden. Beide sind seit März 2017 in Deutschland als Arzneimittel auf ärztliche Verschreibung erlaubt, um Schmerzen oder Nebenwirkungen von Medikamenten zu lindern. Darüber hinaus ist der Besitz und Konsum verboten. Straffrei bleiben mitunter Kleinstmengen, die ausschließlich für den eigenen Gebrauch bestimmt sind.

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