Gespräch mit Tina Hassel : FDP-Chef Lindner verärgert über "geschmacklose" Frage im ARD-Interview

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner während des ARD-Interviews.
Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner während des ARD-Interviews.

Peinlicher Moment in der ARD: Der FDP-Chef verweigert die Antwort auf eine private Frage.

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23. Juli 2019, 10:56 Uhr

Berlin | Zum Sommerinterview in der ARD treten jedes Jahr die Vorsitzenden der großen Parteien an. Christian Lindner machte am vergangenen Sonntag den Anfang und stellte sich den Fragen der ARD-Hauptstadtchefin Tina Hassel – von denen eine bei dem FDP-Chef gar nicht gut ankam.

"Lieber Vermögenssteuer oder gleichaltrige Freundin?", so die Frage, über die inzwischen eine Diskussion entbrannt ist. Lindner hakte erst irritiert nach und verweigerte dann die Antwort. "Geschmacklos", so sein knapper Kommentar. Der 40-Jährige ist seit dem vergangenen Jahr mit der RTL-Journalistin Franca Lehfeldt zusammen, sie ist 29 Jahre alt.

Christian Lindner und Franca Lehfeldt in Käfers Wiesn-Schänke auf dem Oktoberfest 2018. Foto: imago images/Petra Schönberger
imago images/Petra Schönberger
Christian Lindner und Franca Lehfeldt in Käfers Wiesn-Schänke auf dem Oktoberfest 2018. Foto: imago images/Petra Schönberger

Die Frage gehörte zu dem Format "Frag selbst", in dem Zuschauer online Fragen einreichen können – und von der Journalistin geduzt wurden: "Hier stellt ihr eure Fragen", erklärte Tina Hassel zu Beginn und stellte klar: "Hier frage heute nicht ich, sondern ich sorge nur dafür, dass eure Fragen möglichst klar beantwortet werden."

"Ich trage hier nur vor, was gefragt wird"

Ein Teil des Interviews besteht aus einem 60 Sekunden langen Frageblock, während dem der FDP-Vorsitzende nur mit einem Wort antworten darf. Ja sagt Lindner zum Beispiel auf die Frage: "Lieber gar nicht antworten als schlecht antworten?", die auf Lindners Entscheidung, die Jamaika-Koalitionsverhandlungen zu beenden, anspielt. Damals hatte er gesagt, es sei besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren.

Doch während Lindner auf diese Frage noch mit einem Lachen reagiert, vergeht ihm dieses bei der unangenehmen Frage nach seiner Freundin. Nach der Minute hakt der FDP-Chef dann auch sichtlich genervt nach und will wissen, woher die Fragen stammen. Sie seien alle ein wenig einseitig und parteiisch, kritisiert Lindner. "Das müssen Sie nicht mir sagen, Christian Lindner, ich trage hier nur vor, was gefragt wird", verteidigt sich Hassel. "Fragen, die sich auf meine letzte Urlaubsdestination oder mein Privatleben beziehen, muss ich sagen, finde ich geschmacklos und auch als Politiker muss man das nicht hinnehmen", entgegnet Lindner. Linder fragt Hassel direkt, ob sie die Frage nach seiner Freundin nicht auch geschmacklos fände. "Hätte ich auch nicht gestellt, aber nochmal, wir stellen hier ja auch die Fragen der Community", so Hassels Entgegnung, die stark nach Rechtfertigung klingt.

Die Passage sehen Sie hier ab Minute 3:10:

Am Ende des Interviews stellt Lindner noch einmal klar, was ihn an der Frage stört. "Ich ärgere mich dann oder wehre mich, wenn Dinge, die Privatleben sind politisiert werden. Das ist ein Trend, gegen den wehre ich mich. Es gibt Dinge, die gehen die Leute einfach nichts an."

Reaktion des Senders

Auf Twitter reagierte die ARD nun auf die Kritik an der Sendung. "Die Frage der Userin war hart an der Grenze, aber nicht grenzüberschreitend. Lindner hatte die Freiheit, klar Stellung zu beziehen", so die Redaktion von "Bericht aus Berlin".

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Zukünftig wolle man noch sensibler mit Userfragen umgehen. "Das hatte Tina Hassel Christian Lindner beim Rausgehen auch persönlich gesagt."

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