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Verbrechen auf dem Vormarsch : 6,33 Millionen Straftaten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Einbruch-Rekord und immer mehr Delikte von Ausländern

von
erstellt am 23.Mai.2016 | 21:00 Uhr

Es gibt sicher Angenehmeres für einen Bundesinnenminister, als steigende Kriminalitätszahlen zu verkünden. Auch diesmal weist die Bilanz mehr Straftaten aus. Doch bittet Thomas de Maizière (CDU) um Differenzierung, sonst ergebe sich „ein nicht ganz zutreffendes Bild über die Sicherheitslage“. 6,33 Millionen Straftaten führt die Polizeiliche Kriminalitätsstatistik 2015 auf. Eingerechnet sind dabei 402 741 Delikte, die ihre Ursache vor allem in der massiven Flüchtlingszuwanderung haben. Lässt man diese unberücksichtigt, haben sich Kriminalität und Aufklärungsquote im Vorjahresvergleich kaum verändert: Knapp sechs Millionen Straftaten. 53,4 Prozent davon wurden aufgeklärt.

Ein Überblick:


Straftaten insgesamt: Auch im vergangenen Jahr wurden mehr als sechs Millionen Straftaten registriert: 7530 Fälle pro 100 000 Einwohner. Es wurden 2,37 Millionen Tatverdächtige ermittelt. Mit einem Anteil von fast 40 Prozent sind Diebstahldelikte die häufigsten Straftaten.

Wohnungseinbrüche: Die Zahl der Einbrüche stieg erneut, diesmal um knapp zehn Prozent bzw. auf rund 167 000 Fälle. Die Einbrüche würden „nicht nur, aber vor allem“ auf das Konto reisender Banden aus Osteuropa gehen.

Jugendkriminalität: Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren finden sich inzwischen seltener unter den Tatverdächtigen. Hier war ein Rückgang um knapp fünf Prozent zu verzeichnen. Erfreuliche Entwicklung: Die Gewaltkriminalität Jugendlicher verringerte sich um 6,6 Prozent auf 20 220 Fälle. Die häufigsten Straftaten von Jugendlichen sind Körperverletzung, Ladendiebstahl, Straßenkriminalität und Sachbeschädigung.

Sexual-Delikte: Die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung ging 2015 um 1,1 Prozent auf 12 405 zurück. Bei sexuellem Kindesmissbrauch wurden 11 808 Fälle registriert (-2,7 Prozent).

Auch die Zahl der Vergewaltigungen und sexuellen Nötigungen ist rückläufig. Die Behörden zählten 7022 Fälle, ein Rückgang um 4,4 Prozent.

Politisch motivierte Gewalt: Straftaten aus der rechten und der linken Szene haben erheblich zugenommen. 39 000 Delikte wurden 2015 gezählt – ein Anstieg um knapp 20 Prozent. Registriert wurden 22 960 rechtsmotivierte Straftaten sowie 9605 der linksextremen Szene.

Die politisch motivierten Gewalttaten nahmen um gut 30 Prozent zu – auf etwa 4400. Ein neuer Höchststand auch bei den Angriffen auf Flüchtlingsheime: Die Zahl verfünffachte sich auf 1031.

Ausländische Tatverdächtige: Mehr als jedes vierte Delikt in Deutschland wird von einem Ausländer verübt. Die Zahl der nicht-deutschen Tatverdächtigen stieg 2015 auf 555 820 (2014: 492 610). 20,5 Prozent davon sind Zuwanderer. Lässt man Verstöße gegen das Ausländerrecht (illegale Einreise etc.) unberücksichtigt, sind Türken mit einem Anteil von 13,3 Prozent die größte Gruppe unter den nicht-deutschen Tatverdächtigen, gefolgt von Rumänen, Polen, Serben, Italienern und Bulgaren.

Sicherheitsmaßnahmen: De Maizière bekräftigt, bis 2018 würden rund 4000 zusätzliche Stellen bei Bundeskriminalamt und -polizei schaffen. Im Kampf gegen die gestiegene Einbruchskriminalität verweist er auf die Millionen-Förderung des Bundes für sichere Türen, Schlösser und Fenster. Der CDU-Politiker setzt darüber hinaus auf eine bessere Zusammenarbeit der Polizeibehörden in Deutschland und einen intensiveren Austausch mit Polizeibehörden in europäischen Nachbarländern. 

 

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