Humanitäre Krise an der Grenze : Fahrer verliert Kontrolle: 25 Migranten sterben bei Lkw-Unfall in Mexiko

Bei einem Verkehrsunglück in Mexiko sind mindestens 25 zentralamerikanische Migranten ums Leben gekommen.
Bei einem Verkehrsunglück in Mexiko sind mindestens 25 zentralamerikanische Migranten ums Leben gekommen.

Migranten aus Mittelamerika nutzen Lkws für ihren Weg Richtung Norden. Nun ist ein Wagen verunglückt.

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08. März 2019, 06:29 Uhr

Soyaló/Mexiko-Stadt | Bei einem Verkehrsunfall sind in Mexiko nach Medienberichten mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen. Zudem seien 29 verletzt worden, berichtete die Tageszeitung "Milenio" am Donnerstagabend (Ortszeit). Bei den Opfern handelte es sich demnach um Migranten aus Mittelamerika, die auf einem kleinen Lkw mitfuhren. Das Fahrzeug sei zwischen den Gemeinden Soyaló und Chicoasén im südlichen Bundesstaat Chiapas von der Straße abgekommen, berichtete die Zeitung. Auf Fotos war der Lkw in einem Graben zu sehen, auf der Straße waren mehrere Körper verteilt.

Nach Angaben lokaler Medien hatte der Fahrer die Kontrolle über das Fahrzeug verloren. Wie viele Migranten sich in dem Fahrzeug befunden hatten, war zunächst nicht bekannt. Die Menschen nutzen auf ihrem Weg in Richtung Norden häufig gefährliche Mitfahrgelegenheiten auf Lastwagen oder Ladeflächen von Trucks, um nicht die ganze Strecke laufen zu müssen.

Experten fordern Mexiko zum Handeln auf

Migrationsexperten befürchten derweil eine humanitäre Krise an der Grenze, sollten die Vereinigten Staaten vermehrt mittelamerikanische Migranten in mexikanische Grenzstädte abschieben. Das lateinamerikanische Land sei darauf nicht vorbereitet, sagte Duncan Wood vom Mexiko-Institut der US-Denkfabrik Wilson Center der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag (Ortszeit). Mexiko müsse seine Nordgrenze in die eigene Hand nehmen und dort mehr Personal und Infrastruktur einsetzen, so Wood.

Foto: dpa/Eric Gay/AP
Foto: dpa/Eric Gay/AP

Die Frage, wie Mexiko mit den sogenannten Migranten-Karawanen umgeht, prägte neben anderen Themen die Arbeit des mexikanischen Präsidenten Andrés Manuel López Obrador während seiner ersten 100 Tage im Amt.

"Tijuana ist nicht sicher"

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) kritisierte, dass Migranten während der Bearbeitung ihres US-Asylantrags in der Grenzstadt Tijuana warten müssten. Die Stadt leide unter einer hohen Rate an Gewalttaten, so Madeleine Penman von AI in Mexiko. Dort sei es für die Menschen nicht sicher. Auch bei den ausgestellten humanitären Visa der mexikanischen Regierung seien noch viele Fragen zur Dauer der Gültigkeit offen, so Penman.

Ende Dezember hatten sich die USA nach Angaben des US-Heimatschutzministeriums erstmals mit Mexiko auf ein Verfahren zur Abschiebung zentralamerikanischer Asylsuchender geeinigt. Davor hatte Mexiko sich immer geweigert, nicht-mexikanische Migranten wieder aufzunehmen. Die USA hatten angekündigt, zunächst pro Tag rund 20 Menschen nach Mexiko zurückzubringen. Die Zahl könnte nach Informationen des Mexiko-Instituts aber bald steigen.

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